Neue EU-Norm für Forst-PSA: Aus Warnorange wird Signal-Pink

Die persönliche Schutzausstattung für Forstwirte, kurz Forst-PSA, wird jetzt noch sicherer. Als Ergebnis einer groß angelegten Studie tritt in Europa zum 1. Mai 2016 eine neue Norm für die Arbeitsbekleidung in Kraft. Aus Warnorange wird Signal-Pink. Für Millionen von Forstwirten und Waldarbeitern heißt es nun: umrüsten – und zwar schnell.

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Sicherheitskleidung mit Signalfarbe ist Pflicht

Wer in Deutschland in der Landwirtschaft, im Forst oder im Garten- und Landschaftsbau tätig ist und in der entsprechenden Sozialversicherung versichert ist, muss nach § 4 der Unfallverhütungsvorschrift Forsten (VSG 4.3) einen Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, eine Schnittschutzhose und Schnittschutzschuhe tragen. Dies ist durch die berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV) vorgeschrieben. Für im Forst Tätige kommt außerdem eine Arbeitsjacke mit Partien in Signalfarben hinzu. Achtung: Auch für Brennholz-Selbstwerber ist diese Schutzausstattung Pflicht.

Zur Sicherstellung einer einheitlichen Produktqualität gibt es entsprechende EU-Normen, die für alle Hersteller von Schutzkleidung gelten. Die EN 381 regelt beispielsweise die Anforderungen an Schutzkleidung für Personen, die mit Motorsägen arbeiten und die EN 471 schreibt fest, wie Warnkleidung gestaltet sein muss.

Studie: Pink ist wirksamste Signalfarbe

In den vergangenen Jahren ist das bisher verwendete „Warnorange“ in Fachkreisen immer wieder in Frage gestellt worden. Bemängelt wurde unter anderem, dass Kleidung mit Partien in Warnorange ggf. auch in der Kombination mit Grün, im nordeuropäischen Herbstwald nur unzureichend auffällt. Aus diesem Grund führte die eigens gegründete EU-Kommission für Waldarbeit und Forstwirtschaft in den letzten drei Jahren eine groß angelegte Studie in der europäischen Union durch. Im Rahmen der Studie wurden sowohl Kognitionstests als auch Adrenalinmessungen bei mehr als 10.000 Waldarbeitern durchgeführt.

Die beteiligten Neuropsychologen fanden heraus, dass die bisher genutzte Signalfarbe im Wald tatsächlich nur unzureichend wahrgenommen wird. „Wichtig bei einer Signalfarbe ist vor allem der Farbkontrast“, so Kommissionsvorsitzender M. Schneider. „Gerade in Nordeuropa, wo sich die Blätter im Herbst orange färben, ist der verwendete Farbton nicht effektiv genug.“ Um dieses Problem zu lösen, wurden alternative Signalfarben mit Probanden getestet. Immer im Fokus war dabei die deutliche Wahrnehmbarkeit der Farbe auch aus größeren Entfernungen. Nur bei einer Farbe im Test stiegen die Adrenalinwerte im Blut der Testpersonen signifikant an, was auf eine fokussierte Wahrnehmung hindeutet. Auch die Bewertungen der Testpersonen lassen eine eindeutige Schlussfolgerung zu. Signal-Pink wird am besten gesehen und sorgt für ausreichend Alarmbereitschaft.

Ab Mai 2016 ist Signal-Pink Pflicht

Das Ergebnis der Studie wurde nun in einer neuen EU-Norm für die Praxis festgeschrieben. Um die Sicherheit im Forst umgehend zu erhöhen, müssen Forstarbeiter ab Mai 2016 Schutzkleidung mit Partien in Signal-Pink (RGB 255,3,206) tragen. Warnorange ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zugelassen. Zur Erhöhung der Signalwirkung wird mit Neon- bzw. Leuchtfarben gearbeitet.

Unsere STIHL Fachhändler werden in den kommenden zwei Wochen mit den entsprechenden neuen Anzügen beliefert.

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Außerdem bieten wir ein Kit zum Umrüsten bereits erworbener Kleidung an. Bei Ihrem Fachhändler können Sie eine Spezial-Textilfarbe sowie Signal-Pinke Patches zum Anheften an Jacken und Hosen erwerben.

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