Do it yourself: Holzachterbahn

Wenn das Gartenprojekt ruhig mal etwas größer sein darf: Erfüllen Sie Ihrer Familie und sich den Traum einer eigenen Achterbahn aus Holz. In dieser „Do it yourself“-Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie sich eine Holzachterbahn der Superlative einfach selbst bauen können. Was Sie dafür brauchen, sind handwerkliches Geschick, einen Garten mit einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern und eine ganze Menge Holz.

Der Traum von der Holzachterbahn im eigenen Garten.

Eine selbstgebaute Achterbahn aus Holz: mit unserer DIY-Anleitung einfach in wenigen Schritten nachzubauen.

Das wichtigste zuerst: Arbeitsschutz

Pflicht auf jeder Baustelle ist das Tragen eines Bauschutzhelms sowie durchtrittsicherer Sicherheitsschuhe mit eingearbeiteten Stahlkappen. Darüber hinaus sind Schutzkleidung, Schutzbrille, Gehörschutz und Schutzhandschuhe vorgeschrieben.

Für den Umgang mit der Motorsäge ist eine persönliche Schutzausstattung mit Schnittschutz notwendig. Erfahren Sie mehr über die Schutzausstattung beim Sägen mit einer Motorsäge auf unserer Website.

Bitte beachten Sie, dass in bestimmten Ländern spezifische Anforderungen an persönliche Schutzausstattungen bestehen können und dass eine persönliche Schutzausstattung kein Ersatz für eine sichere Arbeitstechnik ist. Beachten Sie daher auch unbedingt die Betriebsanleitungen ihres Geräts.

Auf unserer Webseite erfahren Sie mehr zum sicheren Umgang mit der Motorsäge.

Schritt 1: Benötigtes Material für die DIY-Holzachterbahn

Für den Bau der Holzachterbahn eignet sich insbesondere Kiefernholz, weil es stark belastbar, stabil und dennoch elastisch ist. Für die Konstruktion werden insgesamt 175.000 laufende Meter Holz benötigt. Dieses sollte eine maximale Feuchtigkeit von 16 Prozent aufweisen und kesseldruckimprägniert sein, um eine hohe Stabilität und lange Haltbarkeit Ihrer Holzachterbahn sicherzustellen. Wir empfehlen Ihnen zudem, alle notwendigen Bohrungen bereits vor der Imprägnierung durchzuführen, damit der Nachbereitungsaufwand möglichst gering gehalten wird.

Ihre Material-Einkaufsliste zum Ausdrucken

Für das Fundament:

1.040 Pfostenträger

260 m³ Beton

32 m³ Kies

Für die Fachwerkträger:

3.120 Pfosten (Länge je nach gewünschter Höhe, müssen ggf. gesägt werden)

4.160 Verbindungshölzer

Für den horizontalen Ausbau:

224 Balken, lang (Länge je nach Distanz, müssen ggf. gesägt werden)

3.900 Balken, kurz (Länge je nach Distanz, müssen ggf. gesägt werden)

Für die Schienen:

2.600 m² Furnierschichtholz (Querschnittsmaße von 200 x 400 mm)

2.600 m² Stahlbänder

Weiteres Material:

1 bis 2 Achterbahnzüge, für bis zu 12 Personen

60.720 Bolzen

30.600 Schrauben und Muttern

6 Tonnen Nägel

Kettenzug

Benötigte Gerätschaften

Betonmischer

Turmdrehkran

eine Schaufel

STIHL Motorsäge

Material Holzachterbahn

Schnell einkauft mit unserer praktischen Checkliste: Diese Materialien benötigen Sie für den Bau der Holzachterbahn.

Schritt 2: Gelände vorbereiten

Bevor Sie mit den tatsächlichen Bauarbeiten starten können, sollten Sie sichergehen, dass das Gelände groß genug und der Boden ausreichend tragfähig ist, z. B. durch Einholung eines geologischen Gutachtens. Für die Holzachterbahn benötigen Sie eine freie Fläche von mindestens 13.000 m². Die Fläche sollte möglichst eben sein, da sie ansonsten im Vorfeld begradigt werden muss. Entfernen Sie alle Bäume sowie Sträucher und andere Pflanzen. Stecken Sie anschließend den Verlauf der 1.500 m langen Fahrbahn gemäß der folgenden Zeichnung ab:

Achterbahnverlauf

Verlauf der Holzachterbahn

Schritt 3: Fundament richten

Um die Tragfähigkeit des Bodens zu erhöhen, sollte ein solides Fundament gelegt werden. Im Fall der Holzachterbahn empfehlen wir Ihnen sogenannte Punkt-Fundamente. Das Gewicht der Konstruktion kann so gleichmäßig auf viele Träger verteilt werden.

Für die einzelnen Punkt-Fundamente stecken Sie zunächst Felder in einer Größe von 50 x 50 cm ab. Sind alle Fundamente abgesteckt, können diese ausgehoben werden. Achten Sie darauf, dass die so entstehenden Gruben mindestens 1 m tief sind, damit die Achterbahn gut im Boden verankert werden kann.

Nachdem Sie alle Fundamente ausgehoben haben, ist es ratsam, die Löcher zu etwa 15 cm mit Kies zu befüllen. Die Kiesschicht gewährleistet das optimale Abfließen von Regenwasser. Anschließend können die Fundamente mit Beton befüllt werden. Platzieren Sie dazu einfach in den noch weichen Beton eines jeden Punktfundaments einen Pfostenträger. Mit diesen werden später die noch zu bauenden Fachwerkträger verschraubt.

Nun können Sie das Fundament aushärten lassen.

Fundament anlegen

Legen Sie zunächst ein solides Fundament für Ihre Holzachterbahn.

Schritt 4: Montage der Fachwerkträger

Das Primärtragwerk Ihrer Achterbahn besteht aus insgesamt 520 Fachwerkträgern. Fertigen Sie diese immer genau nach Maß an: Denn durch das Zusägen der Holzpfosten mit Ihrer STIHL Motorsäge bestimmen Sie die individuellen Höhen der einzelnen Fachwerkträger.

Die Vertikalen der Fachwerkträger können hierbei aus bis zu 10 m langen Holzpfosten zusammengesetzt werden. Für die verlängernden Verbindungen ist das Arbeiten mit Verzapfungen ratsam. Diese können zusätzlich durch den Einsatz von Bolzen und Schrauben gesichert werden.

Haben Sie zwei Außenstreben erstellt, können diese mittels Verbindungshölzer zu einem Fachwerkträger verbunden werden. Auch an dieser Stelle ist eine Kombination aus Verzapfung und Bolzen, die sicherste Verbindungsart. Zusätzlich ist es empfehlenswert, nicht nur mit horizontalen, sondern auch mit diagonalen Verstrebungen zu arbeiten. So wird ein hohes Maß an Stabilität erreicht.

Montage des Fachwerkträgers

Nach dem Zusägen werden die Holzpfosten zu Fachwerkträgern verschraubt.

Berücksichtigen Sie an dieser Stelle bereits den Bau des sog. Lifthills und planen Sie den First Drop: Der Lifthill ist für Ihre Achterbahn unentbehrlich, da er die Auffahrt zur ersten Abfahrt, dem First Drop, bildet. Planen Sie hierfür einen stetig anwachsenden Hügel aus Fachwerkträgern ein. Der First Drop stellt den höchsten Punkt Ihrer Holzachterbahn dar. Seien Sie ruhig mutig und planen Sie eine steile Abfahrt mit einer Neigung von bis zu maximal 66 Grad ein. Hier wird Ihr Achterbahnzug später seine Maximalgeschwindigkeit erreichen und den Schwung erhalten, der ihn über den gesamten Streckenverlauf trägt.

Schritt 5: Errichten des Primärtragwerkes

Sind die Träger sicher verbunden, geht es an die Aufstellung: Die Fachwerkträger sollten in Bahnrichtung in Abständen zwischen 1,5 und 3 m stehen. An dieser Stelle kommt endlich der Krahn zum Einsatz, um die Fachwerkträger in die gewünschte Position zu heben. Befestigen Sie nun die Träger mit den Pfostenträgern an den ausgehärteten Punktfundamenten.

Um die Fachwerkträger in Bereichen erhöhter Fliehkraft zusätzlich abzusichern, sollten diese auch zu den Seiten verstrebt werden.

Befestigung der Fachwerkträger

Befestigen Sie die Fachwerkträger an den Pfostenträgern und sichern das Gerüst zu den Seiten ab.

Unser Spezial-Tipp: Für Adrenalin-Liebhaber empfehlen wir, im weiteren Verlauf der Bahn sog. Bunnyhops zu integrieren. Ein Bunnyhop ist ein kleiner Hügel, der bei seiner Überfahrt das Gefühl von Schwerelosigkeit erzeugt. Dafür muss der Hügel eine Wurfparabel beschreiben. Bauen Sie ruhig mehrere kleine Bunnyhops in Ihre Achterbahn ein, um den Spaßfaktor zu erhöhen.

Bunnyhop

Beschreibung einer Wurfparabel (Bunnyhop)

Schritt 6: Errichten des Sekundärtragwerkes

Verbinden Sie die einzelnen Fachwerkträger mit kleinen Holzbalken, die Sie horizontal zur Bahnrichtung verlegen. Diese dienen als Verbindungsglied und sorgen für Stabilität. Für noch mehr Sicherheit ist es darüber hinaus ratsam, ein rautenförmiges Netz aus quer über die Fachwerkträger verlaufende Balken zu bauen. Dies vervollständigt die Aussteifung in Bahnrichtung. Ihre Achterbahn ist nun gegen ein Einknicken oder Verformen abgesichert.

Versteifung der Achterbahn

Um für Stabilität zu sorgen, verbinden Sie die Fachwerkträger miteinander.

Schritt 7: Installation der Schienen

Damit ist die Hauptstruktur der Achterbahn vorhanden und die Schienen können installiert werden. Die Schienen bestehen aus gekrümmten Furnierschichthölzern, die entlang der gesamten Fahrstrecke angebracht werden müssen. Montieren Sie dazu einfach die Hölzer in Längsrichtung auf den Zugbändern in zwei Reihen, um eine laminierte Basis für die Schienen herzustellen. Dann können die Schienen in die Holzbasis eingeschraubt werden. Die Schienen selbst werden zudem mit gekrümmten Stahlbändern versehen, um sie vor Hitze und Abnutzung zu schützen. Fertig ist Ihr Schienenweg.

Schienenweg

Die Holzschienen werden mit Stahlbändern versehen, um diese vor Hitze und Abnutzung zu schützen.

Schritt 8: Einsetzen der Wagen

Achterbahnwagen können Sie einfach online bestellen. Diese sind bereits mit Rückroll-Sperren, Bremsflügeln und anderen Sicherheitsverschlüssen versehen und müssen nur noch auf die Schienen gesetzt werden.

Individualisten können sich die Züge natürlich auch selbst bauen. In einer bunten Farbe gestrichen, kommen die Wagen Ihrer Achterbahn noch besser zur Geltung. Eine Anleitung dazu finden Sie in Kürze auf unserem Blog.

Achterbahnwagen

Je nach Wunsch können Sie drei Wagen zu einem Achterbahnzug verbinden.

Schnell und einfach: Fertig ist Ihre selbstgebaute Holzachterbahn

Vergessen Sie nicht, regelmäßig die Stabilität Ihrer Holzachterbahn zu überprüfen und vor allem den Sitz der Bolzen zu kontrollieren. Bevor Sie sich selbst in den Wagen setzen, empfehlen wir Ihnen, die Achterbahn zu testen. Legen Sie dafür beispielsweise volle Sandsäcke in die Wagen und lassen Sie die Wagen ein paar Runden in der Achterbahn drehen.

Nun kann es losgehen: Laden Sie Freunde und Familie ein und steigen Sie ein in Ihre selbstgebaute Holzachterbahn. Freuen Sie sich auf 122 Sekunden pures Fahrvergnügen auf einer Fahrstrecke von 1.500 m mit bis zu 100 km/h. Wir wünschen Ihnen viel Spaß.

Die Achterbahn aus Holz.

Ein echter Hingucker in jedem Garten: die selbstgebaute Holzachterbahn.

Wichtiger Hinweis

Bei dieser DIY-Anleitung handelt es sich um einen (April-)Scherz. Die Holzachterbahn ist nicht zum Nachbauen geeignet. Wenn Sie ein solches Großprojekt in die Tat umsetzen möchten, wenden Sie sich bitte immer an Experten, die auf den Bau von Achterbahnen spezialisiert sind und das entsprechende Fachwissen aufweisen, wie z.B. unter anderem entsprechend ausgebildete Statiker.

Kommentare lesen und kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *