Gibt es bei modernen Akkus einen Memory-Effekt?

Rund um die Akku-Technologie haben sich zahlreiche Mythen etabliert. Aber stimmen diese Annahmen eigentlich? Wir haben die gängigsten Akku-Mythen unter die Lupe genommen.

In diesem Beitrag geht es um den Mythos „Memory-Effekt“. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und ob dieser Effekt bei modernen Lithium-Ionen-Akkus noch auftritt.

Lithium-Ionen-Akku Technologie Mythen unter der Lupe

Verliert ein Akku mit der Zeit seine Energiekapazität?

Der Mythos: Alle Akkus sind von dem sogenannten „Memory-Effekt“ betroffen und verlieren durch zu frühzeitiges Aufladen Energiekapazität. Nimmt die Leistung des Akkus ab, verringert sich automatisch die Einsatzzeit des akkubetriebenen Geräts. Das Resultat: In der Praxis muss der Akku immer häufiger geladen werden. Im schlimmsten Fall wird der Akku frühzeitig unbrauchbar.

Aber sind wirklich alle Akkus von diesem Effekt betroffen?

Die Fakten: Bei modernen Lithium-Ionen-Akkus ist der Memory-Effekt nicht mehr feststellbar. Für Sie als Anwender hat das den großen Vorteil, dass Sie den Akku folglich immer dann aufladen können, wenn es Ihnen zeitlich am besten passt – unabhängig vom Ladezustand des Akkus.

Aber der Mythos hat einen wahren Ursprung und stellte in der Vergangenheit zum Teil eine ernsthafte Herausforderung dar.

Der Ursprung: Der Memory-Effekt wurde bereits in den 1960er Jahren von Ingenieuren der NASA entdeckt. Diesen fiel auf, dass die in einem Satelliten verbauten Akkus über die Zeit an Kapazität verloren. So stellten die Akkus nach wiederholten Teilentladungen nur noch so viel Energie bereit, wie zuvor aufgeladen wurde, auch wenn die ursprüngliche Akkukapazität höher war.

Der Memory-Effekt bezeichnet damit eine negative Veränderung des Speichervermögens, die durch wiederholtes Teilentladen auftritt. Der Akku „merkt“ sich hierbei gewissermaßen den Stand der Teilentladung und stellt im weiteren Gebrauch nur noch die „gemerkte“ Energiemenge zur Verfügung. Elektrisch äußert sich der Effekt in einem frühen Spannungsabfall. Sinkt die Spannung unter den Mindestbedarf des zu nutzenden Geräts, wird der Akku unbrauchbar

Grafik von teilentladenen Akkuzellen.

Der Memory-Effekt: Durch wiederholtes Teilentladen eines Akkus kommt es zum Kapazitätsverlust. Der Akku stellt nur noch die bei bisherigen Entladevorgängen genutzte Energie zur Verfügung.

Memory-Effekt: Welche Akkus sind betroffen?

Vorwiegend tritt der Memory-Effekt bei Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) auf, die häufig in kabellosen Werkzeugen verbaut wurden. Hervorgerufen wird der Effekt durch Kristallbildung an der aus Cadmium bestehenden Kathode. Wird der Akku nicht vollständig entladen, begünstigt dies die Kristallbildung im nicht entladenen Bereich. Dabei gilt, dass mit zunehmender Kristallgröße, die Spannung sinkt, da die Leitfähigkeit des Materials negativ beeinflusst wird.

In etwas geringerem Ausmaß ist der Effekt auch bei Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) zu beobachten, allerdings spricht man hier vom Batterieträgheitseffekt. NiMH-Akkus sind vermehrt in Rundzellen-Akkus wie AA-Batterien oder kleinen Elektrogeräten verbaut.

NiCd- sowie NiHM-Akkus sind heute nur noch in wenigen Akkus zu finden.

Keine Angst vorm Memory-Effekt: Lithium-Ionen-Akkus

STIHL verwendet ausschließlich moderne Lithium-Ionen-Akkus. Diese sind nicht nur leichter und leistungsstärker als ihre Vorgänger, sondern auch frei vom oben genannten Memory-Effekt. So weisen Lithium-Ionen-Akkus auch nach wiederholter Teilentladung keinen nennenswerten Spannungsrückgang auf. Gewährleistet wird dies durch die für die Akku-Zellen verbaute Materialien und modernste Technologie. Das Aufladen von STIHL Lithium-Ionen-Akkus ist zu jedem Zeitpunkt bedenkenlos möglich. Es ist also nicht wichtig, dass Sie den Akku immer bis zur vollständigen Entladung nutzen. Auch das kurze Zwischenladen in Arbeitspausen stellt kein Problem dar.

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