Sollte ein Akku vor der Lagerung vollständig aufgeladen werden?

Rund um die Akku-Technologie haben sich zahlreiche Mythen etabliert. Aber stimmen diese Annahmen eigentlich? Wir haben die gängigsten Akku-Mythen unter die Lupe genommen.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob ein Akku bevor er gelagert werden kann, aufgeladen werden sollte. Wir erklären, was sich hinter diesem Mythos verbirgt und ob auch moderne Lithium-Ionen-Akkus betroffen sind.

Lithium-Ionen-Akku Technologie Mythen unter der Lupe

Selbstentladung: Was passiert, wenn ein Akku längere Zeit nicht genutzt wird?

Der Mythos: Bevor ein Akku gelagert werden kann, muss dieser vollständig aufgeladen werden. Das ist nötig, da alle Akkus unter starker Selbstentladung leiden. Diese ist so gefährlich, da sie mit der Zeit zur schädlichen Tiefentladung führen kann. Irreversiblen Schäden wie ein starker Kapazitätsverlust oder gar ein unbrauchbarer Akku sind die Folge.

Die Fakten: Heutzutage sind Lithium-Ionen-Akkus der Standard. Diese moderne Technologie weist dabei eine verschwindend geringe Selbstentladung auf. Um die Zellen weiter vor Tiefentladung zu schützen, sind zumeist gesonderte Sicherungen integriert, die einen stark entladenen Akku automatisch in einen Ruhezustand schalten. Es ist daher nicht nötig, einen Akku vor der Lagerung vollständig aufzuladen.

Ganz im Gegenteil, es ist für den Akku sogar schonender, wenn dieser teilentladen eingelagert wird. Ist der Ladezustand sehr niedrig oder der Akku vollständig aufgeladen, belastet dies unnötig die Zellen. Wir raten Ihnen deshalb einen Ladezustand von etwa 30% . Dieser Stand reicht aus, um den Akku zwei Jahre zu lagern.

Der Ursprung: Der Mythos geht auf früher verwendete Akku-Typen wie Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) oder in Kraftfahrzeugen eingesetzte Blei-Akkus zurück. Diese veralteten Akku-Technologien weisen eine hohe Selbstentladung auf: Wurde ein Akku über einen längeren Zeitraum nicht eingesetzt, konnte es passieren, dass sich dieser tiefentleerte.

Tiefentladung bedeutet, dass der Akku-Ladezustand unter die Entladeschlussspannung absinkt. Unterhalb dieser Grenze kann jedoch keine Energie mehr zu Verfügung stellen und der Akku lässt sich unter Umständen nicht mehr aufladen und trägt irreversible Schäden davon. Das vollständige Aufladen des Akkus vor einer längeren Lagerung sowie das regelmäßige Überprüfen des Ladezustands waren früher also durchaus ratsam.

Keine Angst vor Tiefentladung: Lithium-Ionen-Akkus

STIHL setzt mit Lithium-Ionen-Zellen auf moderne Akku-Technologie. Denn STIHL Akkus weisen eine verschwindend geringe Selbstentladung von nur 1% bis 3% pro Jahr auf. Zusätzlich verfügen alle STIHL Akkus über ein intelligentes Batterie-Management-System (BMS). Dieses überwacht die Spannung in jeder im Akku verbauten Zelle und verhindert so das Tiefentladen: Sinkt die Spannung in den Akku-Zellen zu stark, schaltet sich dieser automatisch in einen Ruhezustand. Der Entladevorgang wird unterbrochen.

Dies geschieht auch, wenn der Akku über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird. Folglich müssen Sie sich keine Sorgen um schädliche Tiefentladung machen. Auch nicht, wenn Sie Ihr STIHL Akku-Gerät über mehrere Monate nicht nutzen. Wir empfehlen Ihnen, Akkus bei einem Ladezustand von etwa 30% zu lagern (dies entspricht einer grün leuchtenden LED). Mit diesem Ladestand kann der Akku bedenkenlos zwei Jahre ruhen. Laden Sie Ihren Akku erst kurz vor dem ersten Einsatz wieder auf.

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