Das STIHL Antivibrationssystem bei Motorsägen

Heute gehört das Antivibrationssystem zur Standardausstattung bei Motorsägen. Das war allerdings nicht immer so. Bei den frühen Motorsägen montierte man die Griffstellen direkt am Motor, dadurch waren die Maschinenvibrationen an den Griffen deutlich spürbar.

Als 1959 die erste Einmannsäge, die legendäre STIHL Contra, den Markt eroberte, revolutionierte sie die Waldarbeit. Mit ihr konnte der Baum erstmals statt mit der Axt auch mit einer Motorsäge entastet werden. Im Zuge dessen stieg jedoch auch die Vibrationsbelastung der Sägeführer deutlich an.

Patentiertes System

STIHL war auch hier wieder innovativ: Bereits im Jahr 1964 wurde ein Patent für ein Antivibrationssystem für Motorsägen hinterlegt. Kennzeichen dieses Systems war die Entkopplung der Griffe vom Motor über Gummielemente.

STIHL Antivibrationssystem

STIHL Motorsäge MS 362: Professionelles Antivibrationssystem

Die Vibrationswerte an den Griffen konnten damit mehr als halbiert werden. 1965 ging die Contra mit der neuen, ab jetzt als AV-System bezeichneten Ausstattung, in Serie. Sah man dem AV-System der Contra die Nachrüstlösung noch an, erhielt 1967 die 041 AV bereits ein voll integriertes Griffrahmen-AV. An einem elegant den Vergaser und den Luftfilter umfassenden Magnesiumgussteil war der hintere Handgriff angebracht. Diese Bauart, das sogenannte Griffrahmen-Antivibrationssystem, wurde für die folgenden Neuentwicklungen beibehalten.

„Das Antivibrationssystem ist ein gutes Beispiel für das erfinderische Wirken meines Vaters. Er war sehr sozial eingestellt und stets auf das Wohl anderer bedacht, nicht nur der Belegschaft gegenüber. Sein Ziel war es, die Produkte so zu verbessern, dass die Arbeit damit für den Verwender erleichtert wird. Mit dem Antivibrationssystem konnte die harte Arbeit im Wald deutlich komfortabler gemacht werden.“
Dr. Rüdiger Stihl

Antivibrationssystem der STIHL Contra

So setzte sich das Antivibrationssystem der STIHL Contra zusammen.

Stahlfedern und Gummipuffer

Als Anfang der 1970er-Jahre immer mehr Länder Grenzwerte für Motorsägen-Vibrationen einführten, suchte STIHL zur weiteren Reduzierung der Griffschwingungen ein steiferes Konzept. Für die 042 wurde das bis heute eingesetzte stabile Griffgehäuse mit integriertem Benzintank entwickelt. 1976 noch aus Magnesium gefertigt, wurde es ab 1982 in der neuen 024 in Kunststoff ausgeführt. Da sich Ende der 1990er-Jahre eine weitere Absenkung der Grenzwerte abzeichnete, mussten die Griffstellenschwingungen nochmals reduziert werden. Dies war mit den bisher eingesetzten Gummielementen nicht zu erreichen. Gummipuffer sind zwar robuste Bauteile, sie können aber werkstoffbedingt bei gleicher Federhärte Schwingungen schlechter isolieren als Stahlfedern. Deshalb werden die modernen STIHL Motorsägen alle mit Stahlfederelementen ausgestattet, kombiniert mit einem komplexen Anschlagsystem aus Gummi- und Hartschaumpuffern.

Mehr Komfort bei der Waldarbeit

Die Auslegung der STIHL AV-Systeme erfolgt in enger Zusammenarbeit von Funktionsentwicklung, Berechnung und Erprobung. Die in der Funktionsentwicklung ausgelegten Anschläge werden in der Außenerprobung durch Waldarbeiter im harten Profieinsatz getestet. Der Aufwand lohnt sich: Die Griffstellenvibrationen der STIHL Motorsägen liegen heute alle im Komfortbereich.

Hier erfahren Sie mehr über die Antivibrationssysteme von STIHL.

Für den professionellen Einsatz von Motorsägen gelten je nach Land unterschiedliche Arbeitsschutzbestimmungen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Website: www.stihl.de/eu-richtlinie-vibration.aspx

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