Weihnachtsbaum

Uwe Eduard Schmidt, Freiburg

Geschichte des Weihnachtsbaumes

Die Baumverehrung zu Kultzwecken hat ihren Ursprung in der vorchristlichen Zeit, in welcher immergrüne und geschmückte Bäume zur Zeit der Wintersonnenwende als Sinnbild des Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt wurden.

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In beheizten Räumen zum Blühen gebrachte Zweige und Laubbäume gehörten zu den römisch-antiken Neujahrsitten. Der Weihnachtsbaum als Geschenk- und Lichterbaum ist eine gehobene Form dieser Bräuche, in dem die Blüten durch Kerzen ersetzt wurden.

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Abb. 1: Zeittafel

Erstmals werden weihnachtliche Tannenzweige 1369 aus Bergheim im Elsass gemeldet. Der erste Nachweis eines Weihnachtsbaumes liegt aus dem Jahr 1465 vor. Die Freiburger Bruderschaft der Bäckerknechte stiftete einen Geschenkbaum, der zu Neujahr vom Altgesellen der Bäckerzunft zum Wohle der Armen geschüttelt werden durfte. Weitere Belege für Weihnachtsbäume finden sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts am kurfürstlich-pfälzischen Hof in Heidelberg in Form eines geschmückten, mit Kerzen bestückten Buchsbaumes. In Berlin wird die Fichte als Weihnachtsbau erstmals 1755 genannt und fand anschließend in allen protestantischen Gebieten Preußens Verbreitung. Dagegen wurde bis Ende 19. Jahrhundert in den katholischen Gebieten die Weihnachtskrippe mit Nikolausbescherung bevorzugt. Neben Nadelbaumarten wurden auch Laubbaumarten als Weihnachtsbäume verwendet (Abb. 2).

Abb. 2: Laubholzweihnachtsbusch (1795)

Abb. 2: Laubholzweihnachtsbusch (1795)
​Mantel, Kurt: Geschichte des Weihnachtsbaumes und ähnlicher weihnachtlicher Formen. Eine kultur- und waldgeschichtliche Untersuchung. 1977, ISBN: 3794400984, erschienen im Schaper Verlag.

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Abb.3: Weihnachtsbaum 1796​
Mantel, Kurt: Geschichte des Weihnachtsbaumes und ähnlicher weihnachtlicher Formen. Eine kultur- und waldgeschichtliche Untersuchung. 1977, ISBN: 3794400984, erschienen im Schaper Verlag.

Die erste erhaltene Darstellung eines lichtergeschmückten Nadelbaumes (Fichte) als Weihnachtsbaum stammt aus dem Wandsbeker Schloss bei Hamburg aus dem Jahre 1796 (Abb. 3).

Geografische Verbreitung

Um 19. und 20. Jahrhundert ist der Weihnachtsbaum von Deutschland ausgehend in viele Länder der Erde verbreitet worden. Im Jahre 1837 wurde er im englischen Königshaus durch den Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg-Gotha eingeführt. Im katholischen Frankreich machte eine eingeheiratete protestantische Prinzessin aus Mecklenburg die Sitte eines Weihnachtsbaums “hoffähig“. 1817 wurde in der Wiener Hofburg der Weihnachtsbaum durch die protestantische Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg eingeführt. Der bayerische Prinz Otto brachte 1833 den Weihnachtsbaum nach Griechenland. Über deutsche Auswanderer machte der Weihnachtsbaum letztendlich weltweit Karriere.

Abb. 4: Verbreitung der Weihnachtsbaumtradition

Abb. 4: Verbreitung der Weihnachtsbaumtradition

Weihnachtsbaum aktuell – ungebrochene Nachfrage

In Deutschland hat der Weihnachtsbaum auch heute noch Hochkonjunktur. Etwa 23 Millionen Weihnachtsbäume werden alljährlich in Deutschlands Wohnzimmern geschmückt. Ob man sich dabei für eine Fichte, eine Weißtanne, eine Nordmannstanne, eine Kiefer oder eine andere Nadelbaumart entscheidet, hängt ganz vom Geschmack des Weihnachtsbaumkäufers bzw. von seinen ökologischen oder ökonomischen Präferenzen ab. In der Regel stammen die geschlagenen Weihnachtsbäume entweder aus kommerziell betriebenen Weihnachtsbaumkulturen, aus Durchforstungsbeständen oder anderen geeigneten Wuchsflächen (z.B. unter Hochspannungsleitungen) und verursachen damit keine Waldzerstörung. Ökologisch bedenklich sind hingegen Weihnachtsbäume aus Ländern nicht nachhaltiger Forstwirtschaft und langer Transportwege.

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2 Kommentare zu “Weihnachtsbaum

    1. Hallo Joachim Peters,
      vielen Dank für Ihren netten Kommentar. Toll, dass Sie seit Jahren auf STIHL Qualität setzen.
      Wir freuen uns über Ihr Lob und sagen: „Daumen hoch!“.
      Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit,
      Ihr STIHL Team

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