Tief verwurzelt – das STIHL Werk in Wiechs am Randen

Aus Verbundenheit zu seiner Heimat Wiechs am Randen baute Andreas Stihl dort ein kleines Werk auf. Mittlerweile gibt es das STIHL Werk 3 seit über 50 Jahren.

In einem Familienunternehmen wie STIHL werden nicht alle unternehmerischen Entscheidungen allein aufgrund harter betriebswirtschaftlicher Fakten getroffen. In manchen Fällen spielt die Verbundenheit zu einer bestimmten Region und ihren Menschen eine größere Rolle – und so beginnt die Geschichte von STIHL Werk 3 in Wiechs am Randen, der ersten Produktionsstätte außerhalb Waiblingens.

STIHL-Straße

Wie alles begann

1960 versprach Andreas Stihl dem Pfarrer Eugen Weiler, ein Werk in Wiechs zu bauen, um die Abwanderung angesichts der Arbeitslosigkeit zu stoppen. Andreas Stihl fühlte sich dem Ort tief verbunden. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit und spä­ter einen großen Teil seiner Freizeit in diesem Idyll direkt an der Schweizer Grenze. Aus dem heute zur Stadt Tengen gehörenden Ort stammte sein Vater.

Wiechs am Randen

Zuerst wurden acht Mitarbeiter ausgewählt. Zur Einarbeitung schickte Andreas Stihl sie nach Waiblingen, dort wohnten sie im „Ochsen“ in Bittenfeld. „Wir sind dann immer mit dem Bus nach Neustadt gefahren“, erinnert sich Josef Ritzi, ein Mann der ersten Stunde und später Leiter des Werks 3. „Eigentlich sollten wir ein paar Wochen bleiben, doch es wurden ein paar Monate daraus.“ Andreas Stihl hatte das Schulhaus in Wiechs am Randen gekauft und wollte es als kleine Fabrik nutzen. Es war jedoch so baufäl­lig, dass es abgerissen werden musste.

Im Wandel der Zeit

Was tun? Gemeindepfarrer Eugen Weiler wusste Rat und stellte dem Unternehmer das Gemeindehaus St. Josef – auch „Josefhaus“ genannt –zur Verfügung. Mit einiger Verzögerung begann am 1. Januar 1961 die Produktion. „Im Winter war es beson­ders mühselig“, denkt Ritzi zurück, „denn wir hatten nur einen Kanonenofen – und der brauchte lang zum Warmwerden. Ich habe immer sonntagabends schon einheizen müssen, damit man am Montag überhaupt arbeiten konnte.“

Wiechs am Randen

Viel hat sich geändert im Wiechser Werk. Schon 1966 wurde das Josefhaus zu klein und ein Teil der Produktion musste zurück nach Waiblingen verlagert werden. „So geht das nicht weiter!“, habe Hans Peter Stihl 1974 nach Ritzis Erinnerung beschlossen – und den Neubau des Werks angeordnet, das 1976 in Betrieb ging. „Noch heute kümmert sich Hans Peter Stihl besonders um dieses Werk. Er kommt in der Regel in jedem Urlaub vorbei und lässt sich auch den Rundgang durch die Produktion nicht neh­men“, ergänzt der Werksleiter.

1985 wurde die Werksfläche von 1.800 Quadratmeter auf fast 2.800 – und 2008 noch einmal um 1.700 Quadratmeter erweitert. Durch das weltweite Wachstum von STIHL hatte sich die Ausbringung der Griffrohrfertigung und die Montage des Trennschleiferschutzes seit Ende der 90er Jahre am Standort Wiechs verdoppelt – und die Produktionsstätten stießen an ihre Grenzen. Also entschied sich die STIHL Geschäftsleitung 2007 für eine Erweiterung. „Inzwischen haben wir unsere Abläufe und den Material­fluss optimiert sowie die Durchlaufzeiten noch einmal deutlich reduziert. Wir können auf Kundenwünsche schnell und flexibel reagieren“, sagt der Werksleiter.

STIHL Werk

Die Automatisierung nimmt rege an Bedeutung zu. Der Gebäudebau aus dem Jahre 2008 ist mittlerweile gut gefüllt und führt inzwischen auch die Produktion von Dickichtmessern, die das zweite Standbein neben dem Biegebereich im Werk 3 darstellt.

Ritzi inspiziert mit den anderen dreien, die von der Anfangsmannschaft noch übrig sind, beein­druckt die Halle: „Es ist kaum zu glauben, was sich in mehr als 50 Jahren so alles getan hat.

STIHL Werk

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