Der deutsche WM-Teilnehmer Dirk Braun im Interview vor der STIHL TIMBERSPORTS-WM 2014

„Ich bin Realist und weiß, wo ich stehe!“ Die STIHL TIMBERSPORTS®-WM (Innsbruck am 14./15. November 2014) steht vor der Tür und die Spannung steigt – auch bei den Athleten. Für Deutschland tritt der sechsmalige Deutsche Meister und zweifache Europameister Dirk Braun an. Wie es ihm vor der WM geht und wie er sich auf das Saisonfinale 2014 vorbereitet, lesen Sie hier.

Wie kamst du eigentlich zum Sportholzfällen?

Dirk Braun (D. B.): Als 2003 die Deutsche Meisterschaft in meinem Heimatort Winterberg ausgerichtet wurde, suchte man einen „local hero“. Und der Organisator, der Skiclub Winterberg, meinte, in mir den Richtigen gefunden zu haben, da ich von Beruf Forstwirt war und bin!

Inzwischen bist du einer der erfolgreichsten Sportler in Europa und bereitest dich auf die WM nächste Woche in Innsbruck vor. Wie trainierst du?

D. B.: Normalerweise heißt es bei der Wettkampfvorbereitung für mich um fünf Uhr aufstehen, eine Stunde Kraftsport, um sieben zur Arbeit, um fünf, nach acht Stunden Arbeit, in den Garten und dort dann zwei bis drei Stunden hacken und sägen. Das würde ich auch dieses Jahr gerne wieder so machen, um den Anforderungen einer WM wirklich gerecht zu werden, aber aus Zeit- und auch körperlichen Gründen klappt das nicht mehr so, wie ich das gerne durchführen würde! Leider!

Dirk Braun

Was ist zusätzlich zum Training wichtig?

D. B.: Ernährung ist ein Thema, an dem ich das ganze Jahr über arbeite. Sobald ich über hundert Kilo komme, ändere ich etwas, aber auch ansonsten ernähre ich mich ausgewogen und vielfältig.

Was treibt dich an, so viel zu trainieren? Hast du ein Motto?

D. B.: Mich hat immer mein Ehrgeiz vorangetrieben und Familie und Beruf mussten hinten anstehen. Die Prioritäten haben sich mit den Kindern und dem zunehmenden Druck im Beruf verschoben, so dass ich dem Training nicht mehr ganz so viel Zeit widmen kann, wie ich gerne würde und vor dem WM eigentlich auch müsste! Mein Motto aber bleibt: No pain, no gain!!!

Was war bisher dein intensivster Gänsehautmoment im Sport?

D. B.: Als ich den EM-Titel im „Wohnzimmer von STIHL“, in Waiblingen, gewonnen habe! Und natürlich der unerwartete und knappe Sieg in diesem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft in München.

Dirk Braun

Wie fühlt es sich an kurz vor dem Heat hinter der Bühne zu stehen? Bist du da nervös oder hast du einen „Tunnelblick“?

D. B.: Ich bin selten nervös. Meist dann, wenn ich nicht so gut vorbereitet bin, weil ich mich dann nicht richtig einschätzen kann. Wenn ich gut vorbereitet bin, lasse ich die Nervosität zu Hause.

Bekommst du mit, wenn die Fans dir zujubeln? Gibt dir das Kraft oder stört es eher deine Konzentration?

D. B.: Es ist schön, wenn die Fans hinter einem stehen. Aber ich bekomme es eigentlich erst nach dem Heat wirklich mit.

Welche sportlichen Ziele hast du für diese Saison/die Zukunft?

D. B.: Konkrete keine mehr. Einfach immer das Beste geben und sich darüber freuen, wenn alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Wenn man dann noch Wettkämpfe gewinnt, umso schöner! Ich bin Realist und weiß, wo ich stehe. Da wird man demütiger und freut sich umso mehr, wenn man den jungen aufstrebenden Athleten noch ein bisschen Paroli bieten kann.

Dein Rat an Rookies?

D. B.: Immer alles geben, Ratschläge annehmen, immer schauen, was die anderen besser machen und wenn es Zeit und Geld zulassen, ins Ausland gehen und mit den Top Jungs in Australien, Neuseeland oder Amerika trainieren. Und das nicht nur eine Woche, sondern einen Monat! Am allerbesten mal in allen Ländern für ein paar Wochen. So bekommt man viel Input, man sieht viel und kann sich eine Meinung bilden und das für sich Beste aus allem herausziehen. Das würde ich machen, wenn ich nochmal 20 Jahre alt wäre!

Dirk Braun

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