German-engineered, built in America* – 40 Jahre STIHL Inc.

Fred Whyte hat etwas zu feiern: Er blickt zurück auf eine 40jährige Erfolgsgeschichte, die Geschichte von STIHL Incorporated. Der Präsident des Unternehmens verkauft seit nunmehr 43 Jahren STIHL Geräte. 1971 begann seine Karriere beim damaligen Importeur STIHL American, der 1973 in der neu gegründeten STIHL Inc. aufging. Whyte war maßgeblich am Aufbau von STIHL Kanada beteiligt und übernahm 1991 die Geschäftsführung von STIHL Inc. Zusammen mit ihm werfen wir einen Blick zurück auf vier Jahrzehnte STIHL Geschichte in Amerika.

Fred Whyte

Die 70er – Gründerjahre

Am 13. August 1974 wurde in Virginia Beach die Produktions- und Vertriebsgesellschaft STIHL Inc. gegründet, in der bis zum Ende desselben Jahres bereits 10.000 Motorsägen (MS 015) montiert wurden.

STIHL Werk Virginia Beach

Anders als in Europa hatten anspruchsvolle Privatanwender in Nordamerika bereits in den 70er Jahren großes Interesse an qualitativ hochwertigen Geräten. STIHL wurde der Nachfrage gerecht und versorgte den riesigen nordamerikanischen Markt schon bald mit bedarfsgerechten und komplett vor Ort gefertigten Motorsägen.

Fred Whyte kam durch seinen Vater zu STIHL. 1971 ermutigte ihn sein Vater, der selbst 20 Jahre STIHL Erfahrung hatte, sich bei dem Importeur STIHL American zu bewerben. Whyte wurde Regionalmanager und war verantwortlich für den Vertrieb in 13 US Staaten.

Über die Gründung von STIHL Incorporated erzählt Whyte Folgendes: “Fünf Jahre später erhielt ich eines Tages einen sehr frühen Anruf. Einen wirklich sehr, sehr frühen Anruf, um 4:30 Uhr, aus Waiblingen. Rainer Glöckle bat mich, für ein Meeting so schnell wie möglich nach Virginia Beach zu reisen. Der Hintergrund: Mitte der 1970er-Jahre war es wegen des Wechselkurses von US-Dollar und Deutscher Mark nicht möglich, alle benötigten Teile und Produkte aus Waiblingen zu importieren. Daher etablierte STIHL 1974 die MS 015-Montage in Virginia Beach. Außerdem hatte STIHL mittlerweile den Importeur „STIHL American“ komplett übernommen. Ich erhielt die Position des Produktmanagers für Kettensägen, Führungsschienen und Zubehör. Wiederum zwei Jahre später stieg ich auf zum nationalen Verkaufsleiter.“

Fred Whyte

1977 legte STIHL Inc. den Grundstein für die Fertigungsanlage I und die Verwaltung. Im Jahr 1980 kamen die Abteilungen Kurbelwellen, Wärmebehandlung und Polymere hinzu.

Fred Whyte als Geschäftsführer von STIHL Inc.

Fred Whyte wurde 1981 Geschäftsführer von STIHL Limited, der neu gegründeten kanadischen Niederlassung. Er begann ohne Schreibtisch, Stuhl, Gebäude und Mitarbeiter. Er sprach mit Banken, Anwälten und Importeuren, um die neuen Strukturen und das Unternehmen aufzubauen. Eine lehrreiche Zeit für den gebürtigen Kanadier.

Bei STIHL Inc. tat sich in der Zwischenzeit ebenfalls einiges. 1985 launchte STIHL Inc. die STIHL® TIMBERSPORTS® Series auf ABC/ESPN. 1986 wurde in Virginia Beach die einmillionste Motorsägen Motoreinheit der Serie 1120 (Modell 011 AV) hergestellt. 1991 musste ein Großteil des Managements wegen des „schwarzen Donnerstags“ entlassen werden. In dieser schwierigen Phase kehrte Whyte zurück nach Virginia Beach und übernahm die Geschäftsführung von STIHL Inc.

Whyte berichtet: „Damals mussten wahrlich schwere Entscheidungen getroffen und bisherige Strukturen komplett überarbeitet werden. Aber es gab auch jede Menge Möglichkeiten. In den ersten drei Monaten als Geschäftsführer habe ich vor allem eines gemacht: zugehört. Insbesondere unseren Kunden. Intern war es entscheidend, meinen Führungsstil durchzusetzen, der sich nach guten Argumenten richtete, aber nicht immer unumstritten war. Ich kannte die Erwartungen der Stihl Familie und wusste, dass es am wichtigsten war, sich auf übergeordnete Ziele zu konzentrieren und sich nicht im Klein-Klein zu verlieren. Es ging darum, langfristig zu planen.“

Die Entwicklung seit 1992

In den 90er Jahren reihten sich die Ereignisse aneinander – rückblickend zu einer wahren Erfolgsgeschichte.

  • Ab 1993 wurden in den USA auch die STIHL MiniBoss™-Motorsägen 029, 039 und 009 sowie die Heckenscheren HS 72, 74 und 76 und der Kantenschneider FC 72 produziert.
  • Im Jahr 2002 begann die Produktion des Motors der Serie 4180 (4-MIX™) in den USA.
  • 2005 schloss STIHL Inc. ein Ausbauprojekt in Virginia Beach ab: Das Werk wurde für 60,8 Mio. USD um eine Fläche von knapp 22.000 m2 erweitert.
  • Im Jahr 2006 wurde der Grundstein für eine neue Produktionsanlage für Führungsschienen in Virginia Beach, Virginia, gelegt, die sich über eine Fläche von 5.575 m2 erstrecken sollte. Die Investitionskosten beliefen sich auf 20 Mio. USD.
  • Hans Peter Stihl weihte die Führungsschienen-Produktionsanlage 2007 ein.
  • 2009 stellte STIHL Inc. den Großteil aller STIHL Motoreinheiten weltweit her.
  • STIHL ist die führende Marke für Handgartengeräte mit Benzinmotor in den USA*.

Fred Whyte, der mittlerweile seit fast 23 Jahren Geschäftsführer von STIHL Inc. ist, sagt über die Entwicklung des Unternehmens seit 1992:
„Als Unternehmen mit dem größten Binnenmarkt für STIHL Produkte ist die US-Produktion eng an die gruppenweite „Nah-am-Markt“- oder „Close-to-the-market“-Strategie gekoppelt. Wir arbeiten sozusagen am Puls des Marktes. Dieses Vorgehen hat dazu geführt, dass wir über die letzten zwanzig Jahre immer wieder expandieren konnten – sei es im Hinblick auf den Personalbestand, die Räumlichkeiten oder das Händlernetzwerk. Im Dezember 1991 hatten wir 460 Angestellte, heute sind es über 2.100 im ganzen Land. Wir haben den Spritzguss erweitert, genauso wie die Zubehörherstellung und die Lagerkapazitäten.
2007 haben wir die Produktion von Führungsschienen in einer eigens dafür bestimmten Fabrik aufgenommen. Eine weitere wichtige Veränderung war, dass wir sechs unternehmenseigene Tochtergesellschaften gegründet haben, mit denen wir die Vertriebsgebiete unabhängiger Vertriebszentren in den USA übernommen haben. Rückblickend war der Ausbau der Zweigfilialen und des Lieferanten- und Händlernetzwerks ein großer Erfolg für das Unternehmen. Sie alle haben sich zu cleveren und selbstbewussten Wirtschaftstreibenden entwickelt.“

Und heute?

STIHL Incorporated ist ein prosperierendes Unternehmen. Fred Whyte kennt die Gründe dafür: „Entgegen dem populären Konzept des Outsourcings glauben wir hier an das „Insourcing“. Wir produzieren die meisten Teile selbst, wie Kunststoffteile, Kurbelwellen oder Kolben. Dies wiederum erlaubt uns eine größere Kontrolle über die Kosten, Bedarfe, Lieferungen und – am wichtigsten – die Qualität. Unser hoher Grad an Automatisierung erlaubt uns zudem, bei den Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben und dabei die Standards der STIHL Spitzenqualität zu erfüllen. Wir haben zum Beispiel viermal mehr Roboter im Einsatz als ein durchschnittlicher amerikanischer Industriebetrieb. Und wir sind besonders stolz darauf, sagen zu können, dass wir hierfür nicht einen einzigen Vollzeitbeschäftigten entlassen haben.“

Allen, die sich nach diesem persönlichen Einblick nun einen Überblick über die Geschichte von STIHL Incorporated verschaffen möchten, sei die Chronik auf der Webseite stihlusa.com empfohlen: www.stihlusa.com/information/celebrating-40-years-timeline

Virginia Beach

—-

*Ein Großteil der STIHL Motoreinheiten wird in den USA aus Teilen und Komponenten aus dem In- und Ausland gefertigt. STIHL ist „meistverkaufte Marke“ laut konsortialen Forschungsprojekten mit Irwin Broh Research und unabhängiger Verbraucherforschung zu Absatz und Marktanteil in den USA von 2009 bis 2013 bezogen auf den Gesamtabsatz an Verbraucher und professionelle Landschaftsgärtner in der Kategorie Handgartengeräte mit Benzinmotor. © 2014 STIHL

Kommentare lesen und kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.