Deutsche Waldarbeitsmeisterschaft 2015: Interview mit Gewinner Marco Trabert

Erfolgreiche Titelverteidigung: STIHL Wettkämpfer Marco Trabert hat bei der Deutschen Waldarbeitsmeisterschaft 2015 (DM) in der Profiklasse gewonnen und damit seinen Titel verteidigt. Im Interview berichtet er von der Anspannung vor dem Wettkampf, erzählt von seiner Lieblingsdisziplin und verrät uns, mit welcher STIHL Motorsäge er in den Wettkampf gezogen ist.

Wie war es für dich, als amtierender Deutscher Meister zur DM zu fahren?

Marco Trabert (M. T.): Ich hab mich sehr auf diese DM gefreut, da meine Leistungen dieses Jahr vor der Deutschen Meisterschaft einfach genial waren. Ein zweiter Platz und zwei Siege in Folge vor der DM haben mir ein positives Gefühl gegeben. Natürlich war auch ein gewisser Druck vorhanden, weil es einfach immer enger wird unter den ersten zehn Athleten.

Wie kamst du mit der Anspannung zurecht?

M. T.: Mein Gefühl war gut. Eine gewisse Anspannung gehört zu jedem Wettkampf, aber man muss auch versuchen nicht zu verkrampfen, sondern locker an den Start zu gehen.

Wie war es, als klar war, dass du das 2. Mal in Folge Deutscher Meister bist?

M. T.: Einfach ein unbeschreibliches Gefühl, als ob ein ganzer Sack mit Steinen von den Schultern fällt. Ich hab mich riesig gefreut über das Double, weil es einfach was Besonderes ist.

STIHL Fahrer Marco Trabert

Daumen hoch: STIHL Fahrer Marco Trabert gelingt erstmalig die Titelverteidigung bei den Deutschen Waldarbeitsmeisterschaften 2015

Das hat noch niemand vor dir geschafft.

M. T.: Es ist schon was Besonderes, den Titel des deutschen Meisters verteidigt zu haben. Es zeigt mir, dass ich mein Training und auch meinen Ehrgeiz richtig dosiert habe.

Bei der letzten Disziplin Entasten hast du den DM-Sieg klar gemacht. Ist das deine Lieblingsdisziplin?

M. T.: Die Entastung hat mir schon immer am meisten Spaß gemacht. Da kommt es auf Schnelligkeit und Handling an, das rockt.

Marco Trabert, Deutscher Meister 2015

Siegerpose: Marco Trabert sichert sich den Titel bei den Deutschen Waldarbeitsmeisterschaften 2015

Gibt es einen besonderen Kniff beim Entasten, den du anderen Waldarbeitern aus der Perspektive eines Sportlers mit auf den Weg geben kannst?

M. T.: Die Äste müssen schnell und sauber runter. Wenn ich bei der Astung an den Start gehe, bin ich in meinem Tunnel. Hier gibt’s nur noch die 30 Äste, die weg müssen – und das ziemlich schnell. Nicht verkrampfen, locker bleiben aber trotzdem konzentriert.

Tauscht du mit anderen Team-Mitgliedern Tipps und Tricks aus oder behält jeder Fahrer seine Geheimnisse für sich?

M. T.: Wir bereiten uns bei Trainingslager, die über unsere Teamchefs organisiert werden, alle gemeinsam für wichtige Events vor, sodass wir uns mit Tipps und Tricks auch austauschen. Man kann aber immer nur Tipps geben, letztendlich schneiden muss jeder selbst und da muss man für sich die richtigen Einstellungen finden.

Wie kann man sich die Team-Wettbewerbe vorstellen? Gibt es dort so etwas wie einen Team-Spirit?

M. T.: Wenn Team-Wettbewerbe anstehen, wie z. B. die Länderstaffette, dann kommt man schon in eine Art Wir-Gefühl und man freut sich gemeinsam über das Erreichte, ansonsten sind wir allesamt Einzelkämpfer.

Was machst du beruflich? Bringt dein Beruf das Interesse für die Waldarbeitsmeisterschaften mit?

M. T.: Ich bin von Beruf Forstwirtschaftsmeister bei den bayerischen Staatsforsten am Forstbetrieb Bad Königshofen im Grabfeld. Ab 1995 habe ich den Beruf Forstwirt erlernt und seitdem arbeite ich auch sehr gerne im Wald. Was wir machen kommt ja aus der Waldarbeit. So eine Art Berufswettkampf, sich mit anderen Waldarbeitern/Forstwirten zu messen, hat mir schon immer großen Spaß gemacht.

Wie hat deine Leidenschaft für die Waldarbeitsmeisterschaften begonnen?

M. T.: Bei einer KWF-Tagung in Oberhof im Jahre 1996 hab ich zum ersten Mal diese Waldarbeitermeisterschaften beobachten können. Mich hatte damals ein großer Wettkämpfer aus Holland, sein Name ist John von Kampen, sehr imponiert, wie er mit seiner Motorsäge schneiden kann. Im Herbst 1996 folgte dann auch meine erste Meisterschaft in Bayern, wo ich natürlich noch nicht viel über diese Meisterschaften wusste.
Damals musste ich als erster in den Kettenwechsel, wo ich mit einer Zeit von 26 Sekunden die Kette wechselte. Kombinationsschnitt und Präzisionsschnitt waren auch ganz gut, sodass ich unter den 20 besten Teilnehmern noch in die Entastung musste. Hier erreichte ich damals schon eine sehr hohe Punktezahl, musste danach noch mit den 10 Besten in die Fällung, bei der ich dann aber auch nur den 10. Platz belegte.
Das war so für mich mal der erste Einstieg in die Waldarbeitsmeisterschaften. Eine kurze Pause folgte, um dann ab dem Jahr 2000 richtig einzusteigen. Jetzt sind schon 15 Jahre seit dem richtigen Einstieg vergangen, es macht aber immer noch eine Menge Spaß mit dabei zu sein, sich zu messen mit anderen Forstwirten/Forstwirtschaftsmeistern und auch am Abend mal ein Gläschen Wasser mit Hopfengeschmack mit guten Freunden zu trinken.

Mit welcher Säge bist du bei den Waldarbeitsmeisterschaften angetreten?

M. T.: Mit meiner STIHL 460.

Hast du eine Lieblings-Motorsäge?

M. T.: Ich schnitze sehr gerne, wenn es mal die Freizeit zulässt. Deshalb bin ich mit meiner STIHL MS 362 sehr zufrieden. Auch meine STIHL MS 201 mit der Carvingschiene möchte ich nicht mehr hergeben. Und natürlich meine Wettkampfsäge STIHL MS 460!

Hast du ein Lebensmotto?

M. T.: Nur wer liebt, was er tut, macht es gut. Das ist mein Lieblingssatz. Und für schlechte Tage sage ich mir: Was uns den Weg verlegt, bringt uns voran (chinesisches Sprichwort).

Vielen Dank für deine Zeit!

Auf der Webseite des Veranstalters finden Sie weitere Informationen sowie die Endergebnisse zur Deutschen Waldarbeitsmeisterschaft 2015.

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