Interview mit Waldarbeits-Weltmeister Uli Huber

Alles gegeben, alles geholt! Der STIHL Fahrer Uli Huber aus Forstinning holte bei der Waldarbeiter-Weltmeisterschaft 2014 in Brienz/Schweiz den Weltmeistertitel. Dabei setzte er sich gegen über 100 Teilnehmer aus 26 Nationen durch. Wir haben Ihn gefragt, wie er die WM erlebt hat.

Uli Huber

Uli, wie hat es sich angefühlt, zum ersten Mal zur WM zu fahren?

Uli Huber (U. H.): Es war sehr aufregend. Mein Magen hat sich nicht sonderlich gut angefühlt, aber das Adrenalin im Blut hat mich gepuscht.

Welche Erwartungen hattest du?

U. H.: Ich wollte ein gutes Ergebnis für die Mannschaft schneiden. Dass ich gleich als Weltmeister nach Hause fahren würde, habe ich nicht erwartet.

Den Sieg hast du bei der letzten Disziplin, dem Entasten, klargemacht. Ist das deine Lieblingsdisziplin?

U. H.: Ja. Hier hatte ich auch vor der WM meine größten Erfolge. Ich mag das Zusammenspiel von Genauigkeit und Geschwindigkeit – man muss den richtigen Rhythmus finden.

Uli Huber beim Entasten

Gibt es bei den Team-Wettbewerben einen Teamgeist?

U. H.: Auf jeden Fall. Wir verstehen uns sehr gut untereinander und natürlich puschen wir uns während der Wettkämpfe gegenseitig. Im Vorfeld der Wettkämpfe tauschen wir Tipps und Tricks aus und helfen uns untereinander. Wir sind eine große Familie.

Warum heißen die Teilnehmer bei den Waldarbeitsmeisterschaften eigentlich Fahrer?

U. H.: Die Motorsäge nennt man ja auch Fichtenmoped – wir fahren also sozusagen eine Rennmaschine. Die Waldarbeitsmeisterschaft nennt man auch die Formel 1 der Waldarbeit.

Hast du auch beruflich mit der Waldarbeit zu tun?

U. H.: Ich bin gelernter Forstwirt und in neunter Generation im Forst tätig. Seit 13 Jahren arbeite ich in der Gemeinde Poing im Grünbereich; ich bin qualifizierter Baumkontrolleur und außerdem zuständig für Baumpflege, Flächenabnahmen, Pflegeausschreibungen, Winterdienstorganisation etc.

Wie bist du zu den Waldarbeitsmeisterschaften gekommen?

U. H.: Sepp Litzlbeck fragte mich 1992, ob ich an einer Motorsägen-Meisterschaft teilnehmen möchte. Damals hat es mehr schlecht als gut begonnen, aber das war der Startschuss. Mein Interesse war geweckt. Seit 2005 trainiere ich mit Dirk Schmidt und bin seitdem stetig besser geworden.

Mit welcher Säge bist du bei den Waldarbeitsmeisterschaften angetreten?

U. H.: Mit einer STIHL 460 Magnum – einer von insgesamt acht STIHL Motorsägen, die ich besitze.

An welches Erlebnis während der WM wirst du dich noch lange erinnern?

U. H.: Beim Umzug in die Pension am Samstagvormittag haben wir beim Wegfahren unseren Teamkollegen Alex Genz vergessen. Glücklicherweise haben wir es nach 300 m Fahrt gemerkt und sind umgekehrt. Er hatte sich schon gewundert – natürlich haben wir alle gelacht.

Wird sich durch den Titel in deinem Leben etwas verändern?

U. H.: Ich bin vielleicht bekannter geworden und werde von vielen Bürgern auf meinen Erfolg angesprochen. Aber ich bin und bleibe der Uli Huber.

Kommentare lesen und kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.