STIHL Geschichte Teil 1: Die Säge muss zum Baum, nicht der Baum zur Säge (1926-1945)

Als Andreas Stihl 1926 seine erste Motorsäge entwickelte, wollte er – so seine Vision – den „Menschen die Arbeit mit und in der Natur erleichtern“. Seit 1971 ist STIHL die meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt. Seit der Gründung durch Andreas Stihl hat sich das Unternehmen von einem Einmann-Betrieb zu einem international tätigen Motorsägen- und Motorgerätehersteller entwickelt. In vier Blogbeiträgen geben wir einen Einblick in die bewegte Unternehmensgeschichte. In Teil 1 geht es um die Zeit von 1926 bis 1945.

Andreas Stihl, der „Vater der Motorsäge“

Als Andreas Stihl 1926 in Stuttgart sein Ingenieurbüro eröffnet, ist die Arbeit im Forst noch schwer und umständlich. Die Bäume werden mit der Axt oder Zugsäge gefällt und zu den Sägemühlen transportiert. Erst dort kommen Motorsägen zum Einsatz.

Der studierte Maschinenbauer und Jungunternehmer Stihl, der zu diesem Zeitpunkt mit Holzbearbeitungsmaschinen handelt und häufig in Sägewerken zu Besuch ist, hat eine Idee: Die Säge muss zum Baum und nicht der Baum zur Säge. Immer öfter denkt er darüber nach, eine transportierbare, leistungsfähige Motorsäge zu konstruieren. „Wir wollen den Menschen die Arbeit erleichtern. Das war vor 90 Jahren die Vision meines Vaters. Und das ist heute noch unser stärkster Antrieb.“ (Hans Peter Stihl).

Portrait Andreas Stihl

Der „Vater der Motorsäge“ Andreas Stihl 1926.

Aus dieser Idee entsteht schließlich ein Produkt. In seiner kleinen Werkstatt in Stuttgart entwickelt Andreas Stihl seine erste eigene Motorsäge. Die Motorsäge aus dem „A. Stihl Ingenieurbüro“ ist eine Zweimann-Elektrosäge.

1929 folgt die erste Benzinmotorsäge. Weil die Zulieferer ihm technische Schwierigkeiten bereiten, fertigt Andreas Stihl die Teile selbst. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: Die Sägen werden ihm, wie er selbst sagt, „aus der Hand gerissen“.

Historische STIHL Zweimann-Motorsäge

Die 1929 auf den Markt gebrachte erste Zweimann-Benzinmotorsäge (46 kg/6 PS) erleichterte die Arbeit im Wald erheblich.

Vergrößerung des Unternehmens und Export nach Übersee

In den folgenden Jahren bringt Andreas Stihl regelmäßig neue Modelle auf den Markt. Aus dem kleinen Ingenieurbüro wird eine stattliche Maschinenfabrik. Ein größerer Umzug steht an: aus der Stuttgarter Innenstadt in den industriell geprägten Stadtteil Bad Cannstatt. Auch in der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise laufen die Geschäfte zunächst noch gut.

Die Umsatzeinbrüche Anfang der 30er-Jahre bekommt der findige Unternehmer unter anderem mit der Herstellung von Waschmaschinen in den Griff. Auch erste Exporte ins Ausland treiben die Geschäfte wieder an.
Als Pionier in Sachen Globalisierung forciert Andreas Stihl das Exportgeschäft und erschließt neue Märkte in den USA und Kanada.

Historisches STIHL Plakat für USA und Kanada

Ab Mitte der 30er-Jahre exportiert STIHL nach Amerika und Kanada.

Freiwillige Sozialleistungen haben bei STIHL eine lange Tradition

1940 wird die erste eigene Lehrlingsabteilung mit Lehrwerkstatt in Cannstatt eingerichtet.

Die Lehrwerkstatt im STIHL Werk 1940.

Die Lehrwerkstatt im STIHL Werk 1940.

Freiwillige Sozialleistungen haben bei STIHL eine lange Tradition, die schon von Andreas Stihl begründet wurde. 1941 beschäftigt Andreas Stihl bereits 340 Mitarbeiter. Schon damals gibt es Weihnachtsgeld (seit 1935) sowie eine Unterstützungskasse. Die Nähe zur Belegschaft ist dem Unternehmer wichtig.

Bis heute sieht sich das Unternehmen seinen Beschäftigten, der Gesellschaft und der Umwelt in besonderer Weise verpflichtet. Die über Jahrzehnte gewachsene Unternehmenskultur ist geprägt von einem vertrauensvollen Miteinander, von Verantwortung, Respekt und Fairness.

Unter der Ägide von Hans Peter Stihl und Eva Mayr-Stihl entstanden in späteren Jahren vielfältige Modelle zur Beteiligung der Belegschaft am Unternehmenserfolg. Engagement und Verantwortung werden aber auch von den Beschäftigten gelebt. So finden zahlreiche Spendenaktionen und Mitarbeitereinsätze für soziale und ökologische Projekte statt – weltweit.

Andreas Stihl und seine Mitarbeiter

Andreas Stihl und seine Mitarbeiter 1941.

Der zweite Weltkrieg

Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs stellte einen gravierenden Einschnitt in der Unternehmensgeschichte dar. Bei einem Luftangriff im Oktober 1944 wird das Cannstatter Werk völlig zerstört. Die Alliierten internieren Andreas Stihl vorübergehend in einem Arbeitslager in Bayern. In einem Spruchkammerverfahren wird er jedoch wieder entlastet.

Wie es von 1945 bis 1970 weiterging, lesen Sie in unserem Artikel STIHL Geschichte Teil 2: STIHL gibt der Nachkriegskrise „Contra“ (1945-1970).

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3 Polaroids mit historischen Bildern und einer Silhouette

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