WM der Waldarbeiter 2016: Marco Trabert im Interview

„Wille, Ehrgeiz und die Liebe zum Motorsägensport“, das sind die drei wichtigsten Eigenschaften für einen Sportholzfäller, sagt Marco Trabert. Der 47jährige ist amtierender Deutscher Meister und Mannschaftsweltmeister der Waldarbeiter. Auch in diesem Jahr nimmt er wieder an der WM der Waldarbeiter teil. In Polen tritt er von 7. bis 11. September zusammen mit dem deutschen Team bei den 32. Weltmeisterschaften der Waldarbeiter gegen die internationale Konkurrenz an. Wir haben mit dem Motorsägen-Profi und STIHL Fahrer über die WM, sein Training und seine liebste Säge gesprochen.

STIHL Fahrer Marco Trabert

STIHL Fahrer Marco Trabert möchte sich auch dieses Jahr wieder den Sieg bei den Weltmeisterschaften der Waldarbeiter holen.

Marco, mit welchen Gefühlen und Erwartungen fährst du zur WM?
Marco Trabert (M. T.): Ich freue mich darauf, wieder die vielen Wettkämpfer aus anderen Nationen zu treffen. Man kennt sich mittlerweile und weiß so manche Stärken und Schwächen der Teilnehmer auszumachen. Mir ist auch wichtig, mit Spaß an der WM teilzunehmen. Ich freue mich schon auf Polen!

Welche Säge fährt mit dir zur WM?
M. T.: Meine STIHL MS 460 Magnum.

Welches der anderen Teams siehst du als größten Konkurrenten bei der WM an?
M. T.: Natürlich ist die Schweiz wieder ein Titelaspirant, aber auch Holland, Österreich, Norwegen und vielleicht Polen. Wenn so eine WM im eigenen Land stattfindet, hat man noch 5% mehr im Wettkampf zu leisten. Vielleicht sind auch ganz andere Nationen weit vorne; es ist bei einer WM immer schwierig, einen Favoriten auszumachen.

Wie bereitest du dich auf einen solchen Wettkampf vor?
M. T.: Geistige und körperliche Fitness. Der Kopf muss für solch einen Wettkampf frei sein. Es gibt ein paar Übungen, um konzentriert an die Disziplinen zu gehen. Ansonsten fahr ich gerne Mountainbike und bin ab und zu auch mal im Fitnessstudio – ich hatte im Januar eine größere Operation am Knie, deshalb muss ich noch ein bisschen Muskelaufbau betreiben.

Wie kann man sich dein Training vorstellen? Wie viele Stunden pro Woche wird trainiert und wo findet das Training statt? Gibt es Vereine für diesen Sport?
M. T.: Jede Woche bin ich einmal auf meinem Trainingsplatz und trainiere die 4 Disziplinen Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt, Zielfällung und Entastung. Kettenwechsel wird Zuhause in der Garage geübt. Auch wenn die WM etwas Besonderes ist, halte ich mein Training nicht öfter als gewohnt ab. In meinem Dorf Hausen besitze ich einen Trainingsplatz und habe dort die Möglichkeit, etwas außerhalb von der Ortschaft zu trainieren. In der Woche kommen etwa 4-6 Stunden zusammen.
Es gibt unseren Verein Waldarbeitsmeisterschaften Bayern e.V., aber dabei geht es um die Ausrichtung von regionalen und Landesmeisterschaften, nicht um Trainingsmöglichkeiten. Hier bin ich als Mitglied ehrenamtlich tätig.

In welcher Disziplin musst du am meisten trainieren?
M. T.: Alle Disziplinen werden gleichberechtigt trainiert. Ich habe keine Disziplin, bei der ich mehr oder weniger trainiere.

Wie kommt man dazu, das Holzfällen als Sport zu betreiben? Was fasziniert dich daran?
M. T.: Es macht einfach Spaß, sich mit anderen Holzfällern zu messen und zu treffen und auch die Geselligkeit am Abend nicht zu kurz kommen zu lassen. Der Umgang mit der Motorsäge, das Spielerische daran, aber immer auch die Sicherheit nicht zu vergessen, ist das Faszinierende daran.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften für einen Sportholzfäller?
M. T.: Wille, Ehrgeiz und auch die „Liebe“ zum Motorsägensport.

Hast du einen Tipp für interessierten Nachwuchs? Wohin kann man sich wenden, wenn man in den Sport einsteigen möchte?
M. T.: Wenn jemand Interesse an Waldarbeitsmeisterschaften hat, sollte er oder sie erst einmal bei einer Landesmeisterschaft mitmachen, um einmal in die Szene reingeschnuppert zu haben. Wenn dann weiterhin noch Interesse besteht, gibt es für STIHL Fahrer zum Beispiel Gotthard Schwender, ein U24 Trainer, bei dem man ein Training absolvieren kann. Ansonsten einfach auf die Wettkämpfer zugehen und fragen. Oder sich beim Wettkampf einen guten Teilnehmer ansehen und ein paar Tricks abschauen, mit denen man sich verbessern kann.

Worauf muss man sich bei der Königsdisziplin Entastung konzentrieren, um das Ziel zu erreichen?
M. T.: Die Motorsäge sowie die Kette muss für die Entastung passen. Die STIHL MS 460 ist eine gute Astungssäge, denn sie lässt sich leicht schwenken. Die Kette darf nicht zu bissig sein, muss die Äste aber trotzdem gut abschneiden können. Gut konzentriert, aber nicht verkrampft müssen dann 30 Äste schnell abgeschnitten werden. Ich weiß nicht genau, wie viele Palisaden ich schon entastet habe – es könnten insgesamt weit über 2000 sein. Zu dieser Disziplin gehört viel Übung.

Bist du hauptberuflich Sportler oder noch in einem anderen Beruf aktiv?
M. T.: Schön wäre es, wenn man von diesem Sport leben könnte, aber das geht leider nicht. Ich bin noch als Forstwirtschaftsmeister im Forstbetrieb Bad Königshofen tätig. Hier zeichne ich Durchforstungsbestände auf, die dann unter meiner Leitung von Harvestern durchforstet und aufgearbeitet werden. Ich muss das Holz aufnehmen und an die verschiedenen Käufer weiterleiten.

Braucht man nach der Arbeit im Wald nicht auch mal Abstand davon? Ist der Holzfällersport da der richtige Ausgleich?
M. T.: Wenn ich zur Jagd gehen würde, wäre ich noch viel öfter im Wald. So gehe ich auf meinen Übungsplatz und genieße auch manchmal den Sonnenuntergang zwischen meinen Streuobstbäumen.

Welche STIHL Motorsäge ist dein persönlicher Favorit?
M. T.: Die MS 362 ist eine super Allroundsäge. Da ich auch Holzschnitzer bin, ist für mich auch die MS 201 mit Carvingschiene eine Topsäge.

Welche Ziele hast du dir für die Zukunft noch gesetzt?
M. T.: Gesund bleiben ist das wichtigste Ziel. Vielleicht sich auch mal mehr Zeit für mich und meine Familie zu nehmen. Die muss nämlich ganz schön zurückstecken – ich bin doch viel unterwegs.

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