Neue Herausforderungen für STIHL

Neues Gebäude, neue Technologien, neue Aufgaben. Die Zeiten für STIHL – und ganz besonders für die Entwicklung – sind spannend. Wolfgang Zahn, Vorstand Entwicklung, spricht im Interview über die Grenzen der Technologie, die richtige Marktstrategie und die Herausforderungen für STIHL in der Zukunft.

Vorstand Entwicklung Wolfang Zahn

Vorstand Entwicklung Wolfang Zahn schaut optimistisch in die Zukunft.

„Die momentan erreichten Grenzen sind nur eine Blitzlicht-Aufnahme“

STIHL Produkte verfügen über hochentwickelte Technologien. Sehen Sie hier bestimmte Grenzen erreicht?
Wolfgang Zahn (W. Z.): Die momentan erreichten Grenzen sind aus Sicht der Entwicklung nur eine Blitzlicht-Aufnahme. Wahrscheinlich hatte auch Henry Ford einst den Gedanken, dass sein T-Modell die Spitze des Automobils ist. Vor zehn Jahren wäre auch autonomes Fahren wohl nicht als realistisch angesehen worden, weil die Grenzen der Assistenz-Programme im Auto als ausgeschöpft erschienen.

Aber mit den Schlagworten Digitalisierung, Industrie 4.0 und Internet of Things ergeben sich enorme Möglichkeiten, deren Ausmaße wir heute nur ansatzweise erkennen. Daher sind wir noch lange nicht am Ende unserer Entwicklung. Es gibt neue Materialien, die leichter sind, wie etwa Carbon. Vor 20 Jahren eine Utopie, heute ist es Serie. Eine Einspritzung an einem Trennschleifer war vor Jahren unerschwinglich, jetzt ist sie ebenfalls ein Serienprodukt.

Unsere Entwickler zeichnet aus, dass sie nicht stehen bleiben, sondern schauen, was gibt es noch, wo geht die Entwicklung hin, wie können wir unsere Produkte noch besser machen. Ich glaube, wir kratzen gerade mal an der Oberfläche. Da wird noch einiges kommen.

„Man drückt einen Knopf und es läuft.“

Die Benzin-Produkte zählen zur Kern-Kompetenz von STIHL. Wie sieht es mit den Akku-Geräten aus?
W. Z.: Die Akku-Technologie erschien 2006 auf unserem Radar. Damals sind wir sehr schnell in die Entwicklung eingestiegen, wofür ich den Gesellschaftern noch heute dankbar bin. Diese Technologie ist gewaltig, allein das Startverhalten ist genial: Man drückt einen Knopf und es läuft. Es wird kein Kraftstoff mehr benötigt und die Produkte sind leiser.

Jetzt gibt es Akkus, die günstiger sind und mit denen eine Heckenschere eine Dreiviertelstunde betrieben werden kann. Die ganze Technologie wird immer besser und preiswerter. Damit gewinnen wir viele Neukunden, die sich jetzt erstmals mit einer Motorsäge beschäftigen. Andere wechseln ganz bewusst zu einem Akku-Produkt. Und wenn wir es jetzt noch schaffen, die Kosten immer weiter zu senken und die Geräte etwas leichter zu machen, wird es ein Selbstläufer.

„STIHL wächst durch eigene Kraft, durch neue, innovative Produkte.“

Wie sieht Ihre Strategie aus, damit STIHL die Marktanteile bei den Akku-Produkten steigern kann?
W. Z.: Unsere Strategie ist klassisch und hat sich bei STIHL bewährt: Wir machen die besten Produkte und dann kommen die Kunden von alleine. STIHL kommt vom Profi und dieser hat auch für den Privatanwender eine gewisse Strahlkraft.

Jetzt müssen wir sowohl bei den Benzin- als auch bei den Akku-Produkten für attraktive Preise sorgen. Mit dem AkkuSystem COMPACT, für den Gartenbesitzer, setzen wir jetzt genau an dieser Stelle an. Mit der Einführung weiterer Akku-Neuheiten im Frühjahr 2017 zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis werden wir sicherlich noch einen größeren Kundenkreis dazu gewinnen.

Wir setzen auf Mund-zu-Mund-Propaganda und gute Werbung, um Neukunden vom STIHL Fachhandel zu überzeugen. Am Preis und an der Technik kann es dann nicht mehr scheitern. Idealerweise sollten wir es schaffen, dass jeder Bewohner der Erde vier STIHL Produkte hat (lacht).

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns bei der IT etwas abgucken und agile Teams gründen.“

Wolfgang Zahn

Wolfgang Zahn möchte den STIHL Kunden sowohl im Benzin- als auch im Akku-Bereich weiterhin Spitzenqualität bieten.

Wo sehen Sie in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen für STIHL?
W. Z.: Die größte Frage wird sein, wie werden wir schneller in der Entwicklung, ohne dass die Qualität leidet. Wir müssen dahin kommen, neue Themenfelder schneller zu besetzen, die bisherige Arbeitsweise etwas zu überdenken. Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns bei der IT etwas abgucken und agile Teams gründen.

Im Bereich der Robotermäher stellen wir uns aktuell die Frage, wie wir sie noch besser machen können. Darum kümmert sich ein spezielles Team ganz intensiv. Daran arbeiten wir und wir werden das schaffen. Daher werden wir auch in fünf Jahren „Top of the Class“ sein und unseren Kunden anbieten können, was sie möchten: Premium-Produkte in Spitzenqualität.

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