Innovative Motorsägen: STIHL Produkttrainer Mario Wistuba im Interview

STIHL ist die meistverkaufte Benzin-Motorsägen-Marke der Welt. Und das ist kein Zufall: Denn in STIHL Motorsägen steckt neueste Technik und viel Liebe zum Detail. Dabei sind die Innovationen nicht nur in aktuellen Modellen wie der MS 462 C-M zu finden, sondern auch in überarbeiteten Modellen wie der MS 261 C-M und der MS 362 C-M.

Mario Wistuba ist Produkttrainer bei STIHL und kennt sich bestens mit der Technik aus, die die STIHL Motorsägen antreibt. Heute steht er als Experte für Motorsägen Rede und Antwort und verrät, warum es sich lohnt, auch bei der Motorsäge in innovative Technik zu investieren.

Mario Wistuba ist Produkttrainer bei STIHL und Experte im Bereich Motorsägen.

Der STIHL Produkttrainer Mario Wistuba erklärt, was STIHL Motorsägen so innovativ macht.

Mario Wistuba (M. W.) Forstwirtschaftsmeister und Produkttrainer bei STIHL
Als Forstwirtschaftsmeister beschäftigt sich Mario bereits seit vielen Jahren aktiv mit der Bewirtschaftung von Wäldern und dem richtigen Umgang mit der Motorsäge. Besonders viel Spaß macht ihm dabei, sein Wissen rund um die Säge weiterzugeben. So befasste er sich bereits vor seinem Wechsel zu STIHL mit der Aus- und Weiterbildung von Auszubildenden sowie erfahrenen Forstwirten.
Bei STIHL schult er heute als Produkttrainer neue STIHL Mitarbeiter, den Außendienst sowie den STIHL Fachhandel. In diesem Interview erklärt er, welche Technik in den Sägen steckt und was diese innovativen Weiterentwicklungen für Motorsägenfahrer bedeuten.

Mario steht als Experte für Motorsägen Rede und Antwort

Mario, was ist dir als Experte bei einer Motorsäge wirklich wichtig?
Mario Wistuba (M. W.): Mir sind vor allem vier Aspekte wichtig: Erstens möchte ich eine Motorsäge fahren, die eine hohe Leistung hat und das bei geringem Gewicht. Zweitens will ich mich auf diese Säge voll verlassen können. Drittens ist komfortables und ergonomisches Arbeiten für mich sehr wichtig. Viertens möchte ich eine Motorsäge, die technologisch auf dem neuesten Stand ist.
Eine innovative Säge ist mir wichtig, da diese Features wie eine hohe Leistung bei wenig Gewicht am besten erfüllt. STIHL Motorsägen sind hier schon wegweisend und verfügen häufig über einen Technologievorsprung, wenn wir beispielsweise an Modelle wie die MS 462 C-M denken.

Die MS 462 C-M ist aktuell die leichteste Säge in ihrer Hubraumklasse. Wie realisiert STIHL das geringe Gewicht?
M. W.: Man achtet bei der Entwicklung von neuen Modellen bei STIHL sehr auf die Bedürfnisse der Kunden. Und alle Profis werden Ihnen bestätigen, dass jedes Gramm zählt, wenn man die Säge den ganzen Tag durch den Wald trägt.
Das Gewicht kann dabei durch verschiedene Bauteile wie einem leichteren Zylinder oder einem schmaleren Kettenraddeckel optimiert werden. Aber auch die Light Schienen, also Leichtbauschienen, sorgen für Erleichterung. Die neuen Schienen verfügen über einen stabilen Hohlkörper. Spart man Material ein, spart man auch automatisch Gewicht.

Material einsparen? Müssen sich die Verbraucher Sorgen machen?
M. W.: Nein, da muss man sich keine Sorgen machen. Die gewohnte STIHL Qualität und auch Stabilität der Sägen und Führungsschienen wird natürlich beibehalten. Weniger Material bedeutet hochwertigeres Material und innovative Formen, die die Säge in sich stabilisieren. Bei der altbekannten MS 261 C-M ist so das Gewicht um mehr als 300 Gramm verringert worden. Rund 100 Gramm kommen da dem verbesserten Kettenraddeckel zu Gute. Das klingt vielleicht zuerst nicht nach viel, es ist aber eine Erleichterung, die der Anwender deutlich spürt. Und diese optimierten Bauteile finden sich jetzt natürlich auch in den Sägen, die neu auf den Markt kommen.

 

 

Alter Kettenraddeckel von STIHL rechts, links die neue optimierte Ausführung.

Der optimierte Kettenraddeckel von STIHL ist schmaler sowie ergonomisch besser geformt als die Vorgänger-Version.

Was unterscheidet die neuen Modelle noch von ihren Vorgängern?
M. W.: Das Schöne an der bewährten STIHL Qualität ist ja, dass die Motorsägen sehr lange leben und somit auch sehr lange im Einsatz sind. Hat man dann aber mal ein neueres Modell in der Hand, merkt man doch deutliche Unterschiede. Die Sägen haben mehr Kraft, sind stärker im Holz, haben ein modernes Antivibrationssystem und sind auch besser zu führen.

Was bedeutet das für den Motorsägenfahrer im Einsatz?
M. W.: Die Säge lässt sich mit weniger Kraftaufwand präziser führen. Ein Stamm kann so beim Entasten beispielsweise als Drehpunkt genutzt werden. Dafür legt man die untere, gerade Kante des Deckels auf den Stamm und sägt an der stammzugewandten Seite. Die Säge lässt sich also leichter und präziser führen. Außerdem werden die Sägespäne durch die neue Form besser ausgeworfen.

Baumstamm wird mit der MS 462 C-M entastet.

Durch einen optimalen Kettenraddeckel sind moderne Motorsägen im Einsatz noch flexibler.

Viel Kraft im Holz ist wichtig. Aber was sorgt bei einer Motorsäge eigentlich dafür, dass sie optimal beschleunigt?
M. W.: Technisch ist es bei einem 2-Takt-Motor so, dass durch die Verbrennung von Kraftstoff Energie erzeugt wird. Stark vereinfacht gesagt, setzt im Fall der Motorsäge die Verbrennung von Benzin die Kurbelwelle in Bewegung. Die so gewonnene Bewegungsenergie wird auf die Sägekette übertragen und beschleunigt diese. Dieser Prozess wird begünstigt, wenn die Säge optimal eingestellt ist – sprich die Kraftstoffzufuhr und der Zündzeitpunkt stimmen. Diese Einstellungen hat man früher händisch am Vergaser vorgenommen.
Heutzutage gibt es dafür M-Tronic. Man spricht hierbei auch vom vollelektronischen Motormanagement. Die Säge merkt durch Sensoren, ob es kalt oder warm ist und passt die Einstellungen automatisch der Temperatur an. Neben dem Zündzeitpunkt gilt das auch für die Kraftstoffmenge. Die Säge läuft deshalb permanent mit optimaler Motorleistung. Das ist schon sehr komfortabel und die Einstellungen sehr genau. Das ist wie beim Auto, da ist das automatische Motormanagement auch viel präziser als die Einstellungen, die ein Autofahrer vornehmen könnte.

Damit eine neue Motorsäge jetzt noch besser beschleunigt, verringert STIHL zudem die Masse der Bauteile, zum Beispiel wird das Gewicht der Kupplung oder des Lüfterrades reduziert. Denn, je weniger Masse und somit je weniger Gewicht bewegt werden muss, desto schneller beschleunigt die Säge.

Die STIHL MS 462 C-M hat zusätzlich noch eine innovative Kalibrierfunktion, mit der sich die Säge in nur 72 Sekunden an ein neues Einsatzgebiet anpasst. Man könnte sagen, das ist M-Tronic 3.0.

Was soll M-Tronic 3.0 bedeuten?
M.W.: Wenn ich Workshops gebe, ziehe ich hier gerne die Parallele zu den Evolutionsstufen. Wir sprechen also von einem sich weiterentwickelnden Stand der Technik. Erstmals wurde M-Tronic etwa 2010 in der STIHL MS 441 C-M verbaut. Über die Jahre wurde die Technik weiter optimiert, an Kundenwünsche und -bedürfnisse angepasst. Die Kalibrierfunktion ist dabei der neueste Stand der Technik, in meinem Sprachgebrauch eben M-Tronic 3.0.

Was genau zeichnet die neue Kalibrierfunktion gegenüber M-Tronic aus?
M.W.:  Für Profis ist es wichtig, dass auch der erste Baum am Tag perfekt gefällt werden kann. Auch wenn die Umweltbedingungen ganz anders sind als am Tag zuvor, weil man zum Beispiel in anderen Höhenlagen unterwegs ist.
Nutzt man jetzt eine Kettensäge mit M-Tronic, passt das System alle Einstellungen vollautomatisch an die Umgebung an. Das geht wirklich sehr schnell, passiert aber während des Arbeitseinsatzes. Hat man nun eine MS 462 C-M mit Kalibrierfunktion, kann man die Einstellungen sogar schon vor dem Arbeitseinsatz einstellen. Das dauert nur 72 Sekunden und dann fährt die Säge ab dem ersten Schnitt mit maximaler Drehzahl.

Ein anderes Thema: Wie wichtig, ist eine einfache Wartung deiner Meinung nach für die Profis im Wald?
M.W.: Sehr wichtig. Allgemein ist das Thema Zuverlässigkeit wichtig. Man muss sich auf sein Werkzeug verlassen können. Das weiß man auch bei STIHL in den Entwicklungsabteilungen und legt deshalb immer großen Wert darauf, nicht nur innovative Technik zu verbauen, sondern auch wirklich langlebige und wartungsarme Motorsägen zu entwickeln.
Wenn dann doch mal etwas nicht ganz rund läuft, will man natürlich nicht gleich zum nächsten Fachhändler fahren, sondern es schnell selbst erledigen. Viele Teile von neuen Motorsägen sind deshalb leicht zugänglich – man kann bei der MS 462 C-M zum Beispiel die Haube einfach öffnen und den Filter, den Zylinder oder die Zündkerze entnehmen und reinigen.
Auch die seitliche Kettenspannung ist sehr beliebt, da die Kette so mit wenigen Handgriffen nachgespannt werden kann. Man muss die Kette dafür nicht mal anfassen. Hat sich doch mal Dreck unter dem Kettenraddeckel festgesetzt, kann man auch diesen schnell abnehmen.

STIHL MS 261 C-M mit geöffneter Haube. Luftfilter wird entfernt.

Der innovative HD-Filter hält auch Feinstaub vom Triebwerk fern, ist leicht zu entnehmen und kann leicht gereinigt werden.

Sollten Motorsägenfahrer sich von ihren alten Sägen trennen und sich eine neue Motorsäge kaufen?
M. W.: Man muss sich ja nicht gleich von der alten Säge trennen, sondern kann einfach seinen Fuhrpark erweitern. Aus meiner Sicht sind die größten Vorteile von neuen Modellen, dass diese umweltgerecht sind und deutlich weniger Abgase ausstoßen. Durch die 2-MIX-Technik kommen diese mit bis zu 20% weniger Kraftstoff aus. Das funktioniert dank einer kraftstofffreien Luftschicht, die quasi zwischen der verbrannten Ladung im Brennraum und der frischen Ladung im Kurbelgehäuse liegt. Einfacher ausgedrückt, wird das Abgas vom Frischgas getrennt und das minimiert die Umweltbelastung.
Was hier nochmal genannt werden sollte, ist auf jeden Fall M-Tronic. Mit dieser neuen Technik startet die Säge bei jedem Wetter, ist sofort einsatzbereit und Sie fahren bei Bedarf direkt auf voller Leistung. Ganz besonders merkt man das natürlich bei den Starkholzsägen wie der MS 462 C-M. Die beschleunigt von 0 auf 100 km/h Kettengeschwindigkeit in nur 0,3 Sekunden. Wenn man dann noch bedenkt, wie leicht die Sägen über die Jahre geworden sind, da geht man schon lieber mit einer neuen Motorsäge in den Wald. STIHL gibt dem Nutzer jetzt auch immer gleich das Systemgewicht einer Motorsäge mit an. So weiß der Anwender gleich, was die Säge samt Schneidgarnitur wiegt. Man arbeitet schließlich nicht nur mit der Motoreinheit, sondern hat auch immer eine Führungsschiene mit Kette montiert.

Baumstamm wird mit einer STIHL Motorsäge zersägt und das Systemgewicht wird symbolisch dargestellt.

Das Systemgewicht gibt das gesamte Gewicht der Säge an: unbetankte Motoreinheit plus Schneidgarnitur.

Danke Mario für das Gespräch.

Sie möchten mehr zur Technik wissen, die sich in den STIHL Motorsägen verbirgt? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema M-Tronic oder erfahren alles zur Überarbeitung der beiden Kult-Sägen MS 261 C-M und MS 362 C-M. Für eine persönliche Beratung und ganz konkrete Fragen steht zudem Ihr Fachhändler bereit – hier geht es zur STIHL Händlersuche.

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