Professionelle Grünpflege mit Akku-Geräten: Zwei Experten im Interview

Für den Profi in der Garten- und Landschaftspflege ist es wichtig, dass Geräte eine konstant hohe Leistung bringen und einfach zu bedienen sind. Unter unternehmerischen Gesichtspunkten kommen bei der Entscheidung, welche Produkte eingekauft werden, weitere Themen hinzu – vom Komfort für die Mitarbeiter über Lärmschutz bis zur Wirtschaftlichkeit.

Wir haben zwei Experten aus der Branche zu Ihren Erfahrungen mit Akku-Geräten befragt und wollten wissen, welche Vorteile sie beim Arbeiten mit akkubetrieben Geräten sehen.

Rede und Antwort stehen: Joachim Göbig (links) und Gerald Müller (rechts).

Rede und Antwort stehen: Joachim Göbig (links) und Gerald Müller (rechts).

Vorstellung: Wer steht Rede und Antwort?

Joachim Göbig (J. G.) arbeitet für die Stadt Darmstadt und ist der technische Leiter im Bereich Ausbildung. Neben der Betreuung der Auszubilden ist er für die Beschaffung und Koordination aller für das Unternehmen benötigten Maschinen verantwortlich. Das umfasst sowohl große Geräte für den Fuhrpark, als auch kleinere Produkte für die Parkanlagenpflege in Darmstadt.

Gerald Müller (G. M.) arbeitet bei der Vivawest Dienstleistungen GmbH (VwDL), einem Tochterunternehmen des Vivawest-Konzerns, und verantwortet den Bereich Produktentwicklung/Qualitätsmanagment. VIVAWEST ist einer der führenden Wohnungsanbieter in Nordrhein-Westfalen. Die in den Konzern integrierten Dienstleistungsunternehmen bieten immobiliennahe Dienstleistungen rund ums Wohnen – wie zum Beispiel Handwerksleistungen und Grünflächenmanagement an Gerald Müller ist unter anderem für die Entwicklung von Innovationen und neuen Arbeitsverfahren verantwortlich.

STIHL: Herr Göbig, Herr Müller, welche Geräte kommen bei Ihnen im Unternehmen zur Grünflächenpflege zum Einsatz?

J. G.: Es gibt fast keine Geräte, die wir zur Pflege unserer Parkanlagen nicht im Einsatz hätten. Unser Gerätesortiment umfasst alles von Heckenscheren, Freischneidern, Motorsägen bis zu Blasgeräten, aber auch Rasenmäher sind im Einsatz. Im Außendienst sind bei uns derzeit 35 Mitarbeiter unterwegs, die die Parkanlagen in Darmstadt pflegen. Hinzu kommen noch unsere vier Auszubildenden.

G. M.: Auch bei uns gibt es nicht viel, was wir an handgeführten Kleingeräten nicht einsetzen. Die meisten Geräte bei uns sind Freischneider, da haben wir etwa 170 Stück, hinzukommen 150 Heckenscheren, ungefähr 120 Motorsägen sowie an die 110 rückentragbare Blasgeräte. All diese Produkte kommen tatsächlich von STIHL. Um Ihnen ein etwas besseres Gefühl für die Größenordnung zu geben: Von den im Unternehmen beschäftigten 380 Mitarbeitern kümmern sich in etwa 200 Mitarbeiter um die Pflege von 12 Millionen Quadratmeter Grünflächen im Wohnumfeldbereich.

Landschaftspfleger trimmt Rasenkanten in einer Parkanlage mit dem STIHL Akku-Freischneider FSA 130 R.

Steht einem Benzin-Gerät in nichts nach: der Akku-Freischneider FSA 130.

STIHL: Sind auch Akku-Geräte dabei?

J. G.: Ich würde mal schätzen, dass bei uns so um die 50 Akku-Geräte im Einsatz sind. Ich muss dazu sagen, dass wir neben STIHL auch Akku-Geräte eines anderen Herstellers nutzen. Mit diesem haben wir vor acht Jahren angefangen, auf Akku umzustellen. Vor knapp vier Jahren haben wir uns neuorientiert und setzen seitdem auf STIHL. Grund für den Wechsel war, dass STIHL eine größere Sortimentsauswahl bietet und eine bessere Abdeckung, was die Geräte und das Händlernetz betreffen. Wenn man beispielsweise Ersatzteile oder neue Geräte braucht, ist das schneller möglich.

G. M.: Im Handwerksbereich sind bei uns natürlich schon lange Akku-Geräte dabei, da ist es normal, dass der Handwerker mit dem Akku-Bohrer vorbeikommt. Im Außenbereich beschäftigen wir uns mit der Akku-Technologie dagegen erst seit 3 bis 4 Jahren. Seitdem haben die Geräte auch die Qualität und Leistung erreicht, die wir brauchen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes haben wir Akku-Geräte unter realen Bedingungen getestet. Die positiven Ergebnisse des Tests lassen die Zahlen der Neuanschaffungen bei den akkubetriebenen Geräten deutlich anwachsen. Aktuell haben aber noch nicht alle Geräte bei uns einen Akkuantrieb. Wir haben mit einigen Geräten angefangen und, wenn es jetzt um Neuanschaffungen geht, setzen wir bevorzugt auf Akku. Bevor wir uns damals für STIHL entschieden haben, haben wir verschiedene Hersteller getestet. Für STIHL haben wir uns entschieden, weil die Geräte leistungsstark sind und das Gerätesortiment alles abdeckt, was wir brauchen. Hinzu kommt, dass die Fokussierung auf einen Hersteller die Betriebs- und Reparaturkosten minimiert.

G. M.: „Wir haben mit einigen Akku-Geräten angefangen und, wenn es jetzt um Neuanschaffungen geht, setzen wir nur noch auf Akku.“

J. G.: Den Einsatz von benzingetriebenen Geräten versuchen wir auch abzubauen. Gerade im professionellen Bereich sehen wir viele Vorteile von Akku-Geräten, wie zum Beispiel Emissions- und Lärmschutzwerte. Bei der Pflege von Grünflächen mitten in der Stadt ist das mit dem Lärm ja so eine Sache. Es gibt Gebiete, da beschweren sich die Anwohner, wenn wir beispielsweise mit den Blasgeräten anrücken. Da war mit den Benzin-Geräten nur ein Betrieb von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr möglich. Mit Akku-Geräten entfällt das Problem einfach, was uns flexibler macht.

Eine Landschaftspflegerin reinigt mit einem STIHL Akku-Blasgeräte einen Weg im Park.

Mit einem Akku-Blasgerät sind Sie zu jeder Tageszeit leise unterwegs.

STIHL: Hatten Ihre Kollegen Bedenken, als sie zum ersten Mal mit Akku-Geräten arbeiten sollten?

G. M.: Nach dem ersten Test waren unsere Mitarbeiter tatsächlich alle begeistert, was die Leistungsfähigkeit angeht. In bestimmten Gerätekategorien stehen die Akku-Geräte den Benzinern wirklich in nichts nach. Da denke ich zum Beispiel an Heckenscheren, Freischneider und Blasgeräte. Mit Blick auf diese Geräte wünschen sich die Kollegen mittlerweile, primär mit Akku-Geräten zu arbeiten, weil das Handling viel angenehmer ist. Bei Motorsägen sind sie dagegen noch etwas zurückhaltender.

J. G.: Insgesamt ist die Akzeptanz bei uns auch sehr hoch und es wird tatsächlich aktiv nach den Akku-Geräten gefragt. Wenn die Kollegen wissen, dass wir neue Geräte haben, kommen sie sogar vorbei und fragen, ob sie diese mal probieren dürfen. Und auch, wenn sie auf Messen oder in der Zeitung neue Geräte sehen, kommen sie zu mir und fragen, ob wir die Geräte mal ausleihen könnten. Da spielen dann oft schon konkrete Ideen mit rein, wo die Geräte eigesetzt werden könnten.

Auch bei uns haben die Mitarbeiter gegenüber Motorsägen am ehesten Bedenken geäußert, aber nachdem wir die Sägen getestet haben, besteht der Wunsch, nur noch Akku-Sägen zu kaufen. Wir fällen hier auch keine großen Bäume, sondern pflegen diese und sägen mal einen dickeren Ast ab. Da ist eine Akku-Motorsäge leichter und einfacher in der Bedingung. Wenn zum Beispiel Totholz geschnitten wird, bekomme ich das Feedback, dass auch die Verständigung untereinander viel besser ist. Man kann sich während der Arbeit noch abstimmen. Der Lärmpegel ist einfach ein anderer.

J. G.: „Auch bei uns haben die Kollegen gegenüber Motorsägen am ehesten Bedenken geäußert, aber nachdem wir die Sägen getestet haben, besteht der Wunsch, nur noch Akku-Sägen zu kaufen.“

G. M.: Im Rahmen der Ausführung baumpflegerischer Maßnahmen hören wir das auch so. Neben den deutlich reduzierten Geräuschimmissionen ist das Handling, insbesondere beim Einsatz in Hubsteigern, deutlich einfacher. Das gilt für die Inbetriebnahme des Gerätes genauso wie für die Nutzung.

Durch den Einsatz von mehreren Wechsel-Akkus können die Betriebszeiten fast beliebig verlängert werden und der Aufwand zum Akkutausch ist nicht größer, als der Aufwand, der durch das Betanken der benzinbetriebenen Geräte entsteht.

Baumpfleger steht im Korb eines Hubsteiger und sägt mit der STIHL MSA 160.

Optimal für die professionelle Baumpflege: Die Akku-Motorsäge liefert volle Leistung – und das auf Knopfdruck.

STIHL: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile von Akku-Geräten für Ihr Unternehmen?

G. M.: Neben den bereits beschriebenen operativen Gründen, sind sicherlich auch die ökologischen Vorteile zu nennen. Darüber hinaus müssen wir als Unternehmen auch die wirtschaftlichen Aspekte in die Bewertung einfließen lassen. Durch die geringeren Wartungskosten stellen sich Investitionen in Akku-Geräte im Quervergleich positiv für uns dar. Die Kosten amortisieren sich bereits nach weniger als zwei Jahren.
Auch der Betrieb der Geräte ist viel günstiger. Das liegt insbesondere daran, dass auf den Bezug der teuren Kraftstoffgemische verzichtet werden kann.

J. G.: Der größte Vorteil für unser Unternehmen sind tatsächlich auch die niedrigeren Reparaturkosten und die damit verbundenen sinkenden Ausfallzeiten. Klar, muss man bei einer Heckenschere auch mal das Messerblatt wechseln, aber es verstopft kein Vergaser und es fällt kein Auspuff ab. Seit das Sortiment an Akku-Geräten so breit ist und die Geräte die gleichen Standzeiten und Leistungen bringen, sprechen für uns wenige Gründe gegen Akku.

Landschaftspfleger schneidet in einer Parkanlage mit der STIHL HSA 94 R eine Hecke zurück.

Emissionsfreies Arbeiten mit der Akku-Heckenschere HSA 94 R.

STIHL: Sie haben beide bereits erwähnt, dass die Akzeptanz für Akku-Geräte sehr hoch ist. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

J. G.: Die Kollegen möchten gerne auf den Gehörschutz verzichten. Deshalb ziehen Sie lieber mit Akku-Geräten los. Diese müssen sie auch nicht mehr betanken, ein Akku ist viel schneller und sauberer getauscht.

G. M.: Das Thema Gehörschutz ist auch bei uns relevant: Bei akkubetriebenen Blasgeräten ist die Lautstärke 10 Dezibel leiser als bei einem vergleichbaren benzinbetriebenen Gerät. Das hört sich jetzt vielleicht nicht viel an, ist aber gefühlt ein um 50% gesenkter Lärmpegel. Das wiederum verringert die Beeinträchtigungen für unsere Mitarbeiter und für die Bewohner in den Siedlungen, in denen wir für die Freiflächenpflege verantwortlich sind. Wir bekommen zudem das Feedback, dass von den Geräten weniger Vibrationen ausgehen, was das Handling deutlich angenehmer macht und die zulässigen Betriebszeiten verlängert.

STIHL: Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen, die bei einer Umstellung auf Akku auf ein Unternehmen zukommen?

G. M.: Ganz allgemein müssen natürlich Arbeitsabläufe umgestellt werden. Die Ausgabe und Rücknahme, sowie die Ladung von Akkus sind hier exemplarisch zu nennen. War es bisher ein gefüllter Reservekanister, an den zum Arbeitsbeginn gedacht werden musste, sind es jetzt aufgeladene Akkus in ausreichender Anzahl.

J. G.: Aus Unternehmenssicht ist das Lademanagement ein spannendes Thema. Wir sitzen im Altbau und haben Probleme mit der Stromversorgung. Wir wollen langfristig noch weiter auf Akku umstellen, aber alle neuen Geräte müssen natürlich geladen werden. Weiter ist eine spezielle Lagerung der Akkus im Rahmen des Arbeitsschutzes wichtig.

G. M.: Auch wir sehen das Lademanagement aktuell noch als Entwicklungspfad. Wir brauchen hier industrielle Lösungen, um wirklich alle Geräte vollständig auf Akkubetrieb umstellen zu können. Denn genau das ist unser Ziel.

Akku-Geräte aus dem AkkuSystem PRO auf der Ladefläche eines offenen Transporters.

Bei vielen Geräten aus dem STIHL AkkuSystem PRO kann der Akku einfach auf dem Rücken getragen werden.

Wir sagen Danke für das Gespräch und die spannenden Einblicke.

Motosägen, Hoch-Entaster, Heckenschneider und Blasgeräte: Sie möchten sich einen Überblick über das STIHL Akku PRO Sortiment machen? Dann schauen Sie auf unserer Webseite vorbei oder sprechen Sie mit einem unserer STIHL Fachhändlern.

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